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Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa

Beschreibung
Erkrankungsursachen
Beschwerden

Beschreibung

 

Die chronische Entzündung erfasst die Oberfläche der Darmschleimhaut

Die Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung der Darmschleimhaut, die mit einer Geschwürbildung verbunden ist. Während die Entzündung bei Morbus Crohn unregelmäßig die Schleimhaut durchzieht, breitet sie sich bei der Colitits ulcerosa gleichmäßig aus. Auch sind hier nicht alle Wandschichten beteiligt, sondern nur die Schleimhautoberfläche, die Mukosa. Gelegentlich ist auch die Submukosa entzündet. Aber weiter dringt die Entzündung in der Regel nicht in die Darmwand ein.

 

Hauptsächlich ist der Dickdarm betroffen

In mehr als 95 % der Erkrankungsfälle ist das Rektum entzündet. In der Fachsprache wird diese Entzündung als Proktitis bezeichnet. Vom Rektum ausgehend, kann die Entzündung über den Dickdarm bis hin zum unteren Teil des Dünndarms, dem terminalen Ileum, nach oben wandern. Der terminale Ileus ist meistens aber nur dann betroffen, wenn die Entzündung den gesamten Dickdarm erfasst hat. Ansonsten ist der Dünndarm nur sehr selten betroffen. In den allermeisten Fällen erkranken  ausschließlich das Rektum oder der Dickdarm. Ist die gesamte Schleimhaut des Dickdarms entzündet, wird von einer Pankolitis gesprochen.

 

Die Zahl der Erkrankungen steigt an

Die Anzahl der Krankheitsfälle steigt besonders in Mittel- und Nordeuropa an. Am häufigsten ist die Altersgruppe zwischen 20 und 40 Jahren betroffen. Vorwiegend in diesem Alter macht sich die Krankheit das erste Mal bemerkbar. Im Laufe ihrer Erkrankung erleiden etwa 80 % der Betroffenen einen oder sogar mehrere Rückfälle. Zwischen den einzelnen Erkrankungsphasen liegen dann Zeiten, in denen sich die Beschwerden deutlich abmildern oder sogar ganz verschwinden. Diese Zeit der Remission zwischen den Schüben kann Wochen aber auch mehrere Jahre dauern. Nur in sehr seltenen Fällen, bei etwa 1 % der Erkrankten, bleibt es bei einem einzigen Krankheitsschub.

 

Schwangerschaft und Colitis ulcerosa

Grundsätzlich kann eine an Colitis ulcerosa erkrankte Frau genauso wie eine gesunde Frau, eine normale Schwangerschaft erleben. Allerdings sollte sie dann möglichst darauf achten, nicht in einer akuten Krankheitsphase schwanger zu werden. Besser wartet sie eine ruhige Phase zwischen den Schüben ab, in der die Beschwerden nachgelassen haben. Wird sie dagegen in einer akuten Krankheitsphase schwanger, erhöht sich das Risiko, eine Früh- oder sogar Fehlgeburt zu erleben.

 

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Ursachen

 

Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt

Die Ursachen für eine Colitis ulcerosa sind weitestgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass es sich um eine vererbbare Krankheit handelt. Verschiedene Faktoren können bei einer genetischen Veranlagung zusätzlich den Ausbruch dieser Erkrankung herbeiführen. Dazu gehören z.B. virale oder bakterielle Darminfektionen und eine falsche Ernährungsweise. Auch eine Autoimmunreaktion wird in Betracht gezogen. Dabei greifen Antikörper des Immunsystems das körpereigene Darmgewebe an.

Psychische Belastungen stehen im Verdacht, den Ausbruch eines Krankheitsschubs zu fördern.

 

Nikotin fördert den Krankheitsausbruch

Es ist erwiesen, dass Nikotin ein großen Einfluss auf das Auftreten der Krankheit hat. Nichtraucher erkranken im Vergleich zu Rauchern oder ehemaligen Rauchern wesentlich seltener an einer Colitis ulcerosa. Allerdings sind die genauen Zusammenhänge und Mechanismen noch nicht genau bekannt.

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Der Blinddarm kann eine Rolle spielen

Weiter fällt auf, dass Kinder, denen der Blinddarm entfernt wurde, vor einer Colitis ulcerosa im Erwachsenenalter weitestgehend verschont bleiben. Es sieht so aus, als ob eine Blinddarmentfernung (Appendektomie) vor der Erkrankung schützen würde. Die Ursachen sind auch hierfür noch nicht geklärt.

 

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Beschwerden

 

In leichten Fällen kommt es fast ausschließlich zu Durchfällen

Anfangs setzen die Beschwerden oft schleichend ein, können aber auch gelegentlich ganz plötzlich auftreten. In leichteren Fällen, besonders wenn nur das Rektum entzündet ist, leidet der Betroffene fast ausschließlich unter häufigen und schmerzhaften Durchfällen. Dabei wird nur wenig Stuhl entleert. Es bleibt das Gefühl der unvollständigen Darmentleerung. Der Stuhl ist bei diesen Durchfällen blutig-schleimig, wobei das Blut dem Kot aufgelagert ist. Die Durchfälle treten besonders nach den Mahlzeiten oder nachts auf.

Es kann aber auch der gegenteilige Fall eintreten, nämlich dass der Erkrankte unter Verstopfung leidet. Das passiert, wenn sich die entzündete Schleimhaut des Rektums krampfartig zusammenzieht.

Bei der leichteren Form der Colitis ulcerosa dauert ein akuter Schub etwa ein bis drei Monate an. Nach dem Schub entwickelt sich die Krankheit meistens wieder vollständig zurück.

 

In schweren Fällen ist der Dickdarm stark betroffen

Bei der schweren Form der Colitis ulcerosa ist der Dickdarm stark betroffen. Die Zahl der Durchfälle kann sich bis auf 30 pro Tag steigern. Sie sind wässrig-schleimig und blutig. Das Blut ist hierbei nicht dem Kot aufgelagert, sondern mit ihm vermischt. Bei sehr starken Erkrankungen ist es auch möglich, dass reines Blut entleert wird. Heftige Schmerzen begleiten die Durchfälle. Das Stuhlvolumen ist auch hier gering. Halten diese starken Durchfälle länger an, kann es zu einer Austrocknung (Exsikkose) des Körpers kommen. Zusätzlich können Gewichtsverlust, Fieber sowie eine Anämie folgen. Ein Mangel an Eisen ist nicht selten.

 

Bauchschmerzen sind schwächer als bei Morbus Crohn

Bauchschmerzen sind bei der Colitis ulcerosa wesentlich schwächer ausgeprägt als bei Morbus Crohn. Etwa die Hälfte der Betroffenen geben an, dass sie besonders im linken Unterbauch Schmerzen haben.

 

Pseudopolypen sind charakteristisch

Besteht die Krankheit länger, bilden sich charakteristischerweise Pseudopolypen. Analfissuren sind dagegen seltener zu beobachten.

 

Komplikationen können auftreten

Als Komplikation kann eine Perforation des Darmes auftreten. Dabei reißt die Darmwand an einer schwachen, geschädigten Stelle auf und Darminhalt ergießt sich in den Bauchraum. Eine Peritonitis kann die Folge sein. Allerdings kommt eine Perforation nur selten vor.

Narbige Verwachsungen können dazu führen, dass sich der Darm an diesen Stellen verengt und eine Darmstenose entsteht.

Das Thromboserisiko ist bei einer Colitits ulcerosa erhöht.

 

Das Krebsrisiko steigt mit der Dauer der Erkrankung

Je länger die Krankheit andauert, etwa ab einer Zeit von 10 Jahren, desto höher ist das Risiko, an  Darmkrebs zu erkranken. Der Krebs entwickelt sich hierbei selten aus Polypen. Die Gefahr geht meistens von flachen Dysphagien aus. Das sind Fehlbildungen eines Gewebes. Das Gewebe besteht dabei aus ungenügend ausgereiften, anormalen Zellen. Diese Zellen entsprechen in ihrem Aufbau nicht denen, die für das jeweilige Gewebe charakteristisch ist.

 

Auch andere Organe können betroffen sein

Wie bei Morbus Crohn können bei der Colitis ulcerosa neben dem Darm auch andere Organe wie beispielsweise Gelenke, Haut, Augen und Urogenitaltrakt betroffen sein.

 

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