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EHEC-Infektion

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) und hämolytisch - urämisches Syndrom (HUS)

EHEC-Infektion

Kurzinfo:

Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) und hämolytisch - urämisches Syndrom (HUS)

Erreger:

Enterohämorrhagische E. coli Stämme

Übertragung:

Verzehr von infiziertem Fleisch (besonders Rindfleisch) und Milchprodukten, durch Kontakt von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch

Inkubationszeit:

2 - 8 Tage

Wann zum Arzt?

Sofort bei Verdacht

Therapie

Symptomatisch, selten Antibiotika, Flüssigkeit und Elektrolyte ausgleichen
Inhaltsübersicht:
Erreger
Was geschieht im Körper?
Beschwerden
Komplikation HUS-Syndrom
Diagnostik
Therapie

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Erreger

Erreger leben im Darm von Rindern

Die Erreger der EHEC-Infektion sind besondere Stämme der Escherichia coli Bakterien. Sie leben vor allem im Darm von Rindern. Aber auch andere Tiere wie Hühner, Kaninchen oder Schweine können mit ihnen infiziert sein.

 

In Europa ist die Krankheit selten

Zum ersten Mal entdeckt wurden die Bakterien vor etwa zwanzig Jahren. Seit dieser Zeit steigt die Zahl dieser Darminfektionen immer mehr an. Zahlreiche Erkrankungen traten bisher in Kanada und den USA auf. Im europäischen Raum werden die Infektionen seltener beobachtet.

 

Infektionsgefahr besonders im Sommer und Herbst

Die Erreger sind mittlerweile weltweit verbreitet. Sie werden übertragen durch verunreinigte Lebensmittel oder durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch oder Tier zu Mensch. Besonders in den Sommer- und Herbstmonaten ist die Infektionsgefahr erhöht.

 

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Was geschieht im Körper?

 

Die Gifte der Bakterien greifen die Wände der Blutgefäße an

EHEC-Bakterien sondern verschiedene Gifte (Toxine) ab. Unter anderem so genannte Shiga-Toxine , die in ihrem Schädigungsmuster sehr den Zellgiften der Ruhrbakterien  (Shigellen) gleichen. Sie werden auch als Verozytotoxin bezeichnet. Diese Gifte sind in der Lage, die Endothelzellen, die u.a. die Blutgefäße auskleiden, zu zerstören. Es kommt zu Einblutungen in das Gewebe. Häufig betroffen ist das Schleimhautepithel. Durch die Zerstörung der Endothelzellen wird außerdem eine Substanz freigesetzt, die die Blutgerinnung aktiviert. Thrombozyten (Blutplättchen) werden an der geschädigten Stelle vermehrt verbraucht. Dies wiederum führt zu einer Thrombopenie, einer Verminderung der Zahl der Thrombozyten im Körper.

 

Nieren sind besonders betroffen

Die Schädigung der Endothelzellen erfolgt bevorzugt in den Nieren. Die Nierenfunktion kann erheblich beeinträchtigt werden, wenn Teile des Gewebes absterben.

 

Die Erythrozyten lösen sich auf

Aber nicht allein die Giftbildung der Bakterien ist für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich. Die Bakterien produzieren daneben auch eine Substanz, das Enterohämolysin, die zur Auflösung von Erythrozyten führt. Die Bakterien besitzen außerdem die Fähigkeit, sich direkt an die Darmzellen anzulagern.

 

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Beschwerden

Leichter Infektionen nur mit Durchfall

Nach einer Infektion kann es bis zu 8 Tagen dauern, bis die Krankheit ausbricht. In einigen Fällen ist ein leichter Durchfall das einzige Symptom. Nach ungefähr einer Woche heilt die Darminfektion wieder aus.

 

Schwere Infektionen mit Blutungen, Fieber, Erbrechen

Die Erkrankung kann sich aber auch steigern bis hin zu einer hämorrhagischen Colitis (HC). Dabei handelt es sich um eine Dickdarmentzündung, die mit Blutungen verbunden ist. Sie wird begleitet von Übelkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen und Fieber. Der Verlauf der Krankheit dauert hier länger als eine Woche an.

 

Ansteckungsgefahr

Nachdem die Durchfälle aufgehört haben, können noch bis zu einem Monat danach Erreger ausgeschieden werden.

 

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Komplikation HUS-Syndrom

Bei 10 Prozent entwickelt sich ein HUS-Syndrom

Bei ungefähr 10 Prozent der Erkrankten kann sich ein hämolytisch-urämisches Syndrom bilden. Hämolytisch bedeutet, dass die roten Blutkörperchen zerstört werden. Eine Urämie ist eine Harnvergiftung. Das HUS-Syndrom zeigt sich etwa 4 bis 15 Tage nachdem die Durchfälle begonnen haben.

 

Die Nieren scheiden kaum noch Harn aus

Die Nieren werden schwer geschädigt und sind nicht mehr ausreichend in der Lage, den Harn aufzubereiten und Abfallprodukte mit dem Harn aus dem Körper zu schleusen. Die Harnausscheidung vermindert sich stark. Wenn weniger als 100 ml innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden werden, handelt es sich um eine Anurie. Eine Vergiftung des Körpers aufgrund der fehlenden Harnausscheidung ist die Folge.

 

Besonderes Risiko für Kinder und ältere Menschen

Bei Kindern und Menschen über 65 Jahren ist die Gefahr eines HUS-Syndroms erhöht. Das Risiko steigt ebenfalls, wenn die EHEC-Durchfallerkrankung mit Antibiotika behandelt wird. Auch Medikamente, die die Peristaltik des Verdauungstraktes verlangsamen, können das Risiko steigern, an einem hämolytisch-urämischen Syndrom zu erkranken.

 

Der Zustand verschlechtert sich sehr schnell

Beim HUS-Syndrom verschlechtert sich der allgemeine Zustand des Erkrankten sehr schnell. Erbrechen, Bauchkrämpfe und auffallende Blässe gehören ebenso zu den Symptomen wie ein Anstieg des Blutdrucks und eine Gelbfärbung der Haut. Diese Verfärbung entsteht, wenn Gallenbestandteile ins Blut übergehen. Zusätzlich wird der Betroffene lethargisch, d.h. er hat ein übersteigertes Schlafbedürfnis und seine psychischen Reaktionen sind erheblich verlangsamt.

 

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Diagnostik

Typische Blutwerte sind verändert

Die Erkennung der Infektion erfolgt durch Laboruntersuchungen des Blutes. Dabei können typischerweise festgestellt werden:
  • hämolytische Anämie (Blutarmut)
  • LDH-Erhöhung (Leberwert)
  • Bruchstücke von Erythrozyten (roten Blutkörperchen) im Blutausstrich
  • Thrombopenie (Mangel an Blutplättchen)
  • Anstieg der normalerweise über die Nieren ausgeschiedenen Substanzen im Blut (Nierenretentionswerte)

 

Nachweis der Toxine

Zusätzlich können die Shiga-Toxine aus dem Blutserum nachgewiesen werden, wofür spezielle Immunoassays oder molekularbiologische Methoden zur Verfügung stehen.

 

Antigen- Antikörper- Reaktion

Immunoassays sind Untersuchungstechniken, bei denen anhand von immunologischen Reaktionen der Nachweis für das Vorhandensein einer bestimmten Substanz erbracht werden kann. Das Prinzip beruht auf einer Reaktion zwischen Antikörpern und Antigenen. Hat ein Antikörper ein Antigen, erkannt, so geht er mit ihm eine Bindung ein. Diese Bindung bildet wiederum eine spezielle Einheit, die dann mit diesem Untersuchungsverfahren nachgewiesen wird.

 

Meldepflicht

Die EHEC-Infektion und HUS-Infektion sind schon bei Verdacht nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankungen.

 

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Therapie

Behandlung der Symptome

Eine Darminfektion mit EHEC-Erregern wird meistens symptomatisch behandelt. Auf Antibiotika wird weitestgehend verzichtet, weil sie die Krankheit möglicherweise negativ beeinflussen könnten.

 

HUS-Syndrom muss oft stationär behandelt werden

Bei HUS kann ein Krankenhausbehandlung notwendig werden. Je nach Schwere der Erkrankung kann sogar eine intensivmedizinische Überwachung notwendig werden. Außerdem können angewandt werden eine Blutwäsche (Hämodialyse), eine Bluttransfusion und der Ersatz verlorengegangener Thrombozyten. Häufig wird auch versucht, medikamentös eine schnelle und umfangreiche Harnausscheidung herbeizuführen. Dabei müssen aber unbedingt Elektrolyte und Flüssigkeit ersetzt werden.

 

Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ausgleichen

Der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei starkem Durchfall muss immer ausgeglichen werden. Sie sollten viel trinken, z. B. Tee. Essen Sie wenig. Insbesondere bei Kindern und alten Menschen kann es leicht zu Kreislaufversagen kommen. Später sollte langsamer Kostaufbau mit fettarmen Mahlzeiten erfolgen.

 

Durchfallgetränk

Rezept für ein "Durchfallgetränk", das Flüssigkeit und Elektrolyte ersetzt: Auf einen Liter Wasser auflösen
  • 2,5 Gramm Natron (Speisesoda = NaHCO3)
  • 1,5 Gramm Kaliumchlorid
  • 3, 5 Gramm Kochsalz
  • 20 Gramm Traubenzucker

Alle Zutaten sind in der Apotheke zu bekommen. Dort gibt es auch bereits fertig gemischte Elektrolytpulver, die nur noch in Wasser aufgelöst werden müssen.

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