So lange wie möglich eine Operation vermeiden
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Es wird so lange wie möglich konservativ therapiert. Sowohl für Morbus
Crohn, wie auch für Colitis ulcerosa gilt:
- Ballaststoffreiche Diät, die individuell
angepasst werden muss
- entzündungshemmende Medikamente
- Einschränkung des Nikotinkonsums
Diese Maßnahmen können auch als Vorbeugung beachtet werden.
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Manchmal ist ein künstlicher Darmausgang notwendig
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Bei Colitis ulcerosa kommt es zumeist irgendwann zu einer operativen
Entfernung der betroffenen Darmabschnitte. Bei Morbus Crohn wird manchmal auch ein
künstlicher Darmausgang gelegt. |
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Die konservative Behandlung stützt sich im Wesentlichen auf folgende
Medikamente: |
Glukokortikoide
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Bei schwereren Verlaufsformen der Colitis ulcerosa und Morbus Crohn setzt
man Glukokortikoide, z.B.
Cortison oder Prednisolon, zur Entzündungshemmung ein. Je nach Schwere des
Krankheitsbildes erfolgt die Verabreichung auf oralem Wege oder intravenös. Bereits nach
5 Tagen kommt es in ca. 60 Prozent der Fälle zu einem Zurückgehen der Symptome
(Remission). |
Pellets setzen den Wirkstoff erst im Dickdarm frei
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Eine länger andauernde systemische (über den Blutkreislauf führende)
Behandlung mit Glukokortikoiden ist häufig mit Nebenwirkungen behaftet. Diese können
sich z.B. in Form einer erhöhten Infektanfälligkeit oder der Ausbildung eines Bluthochdrucks äußern. Aus diesem Grund
bevorzugt man eine Substanz aus dieser Arzneistoffgruppe, die besser verträglich ist. Es
handelt sich dabei um den Wirkstoff Budesonid. Das ist ein Glukokortikoid mit geringerer
systemischer und dafür ausgeprägterer lokaler Wirkung. Setzt man Budesonid oral ein, ist
es deshalb wichtig, dass der Wirkstoff erst im Dickdarm (Colon), direkt am Wirkort,
freigesetzt wird. Man erreicht dies, indem man die Substanz auf eine bestimmte Weise
verarbeitet: das Budesonid wird in kleine Kügelchen (Pellets) verpackt, die wiederum
ummantelt werden mit einer besonderen Schicht. Diese Schicht besteht aus einem
Acrylharz-Lack. Je nach Dicke der Schicht, braucht es unterschiedlich lange, bis sie sich
aufgelöst hat und den eigentlichen Wirkstoff freigibt. Während dieser Zeit bewegt sich
die Kapsel mit den Pellets durch die Darmbewegung vorwärts. So sorgt die Ummantelung
dafür, dass der Wirkstoff erst zeitlich verzögert im Körper freigesetzt wird. So wird
gewährleistet, dass das Arzneimittel sich erst im Dickdarm löst und so seine lokale
Wirkung entfalten kann. |
Zäpfchen und Schäume wirken lokal
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Die lokale Anwendung von Glukokortikoiden erfolgt in Form von Zäpfchen,
Schäumen oder Klysmen (Einläufe). Dies sind Flüssigkeiten, die in kleine oder größere
Plastiktuben eingefüllt sind. Sie enthalten den Arzneistoff in gelöster Form, der so
direkt in den Darm (rektal) verabreicht werden kann. Schäume werden aber subjektiv als
angenehmer empfunden. Sie sind leichter in der Handhabung als die anderen Arzneiformen und
werden von den Betroffenen gut vertragen. |
Sulfasalazin, Olsalazin, Mesalazin
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Bei leichteren bis mittelschweren akuten Krankkeitsschüben werden
Sulfasalazin, Olsalazin und Mesalazin eingesetzt. Auch in der Vorbeugung von Rückfällen
(Rezidivprophylaxe) zeigen sie gute Erfolge. Der eigentliche Wirkstoff, der hier zum
Tragen kommt, ist Mesalazin. Er entsteht sowohl aus Sulfasalazin als auch aus Olsalazin.
Diese beiden Arzneistoffe sind "Prodrugs", d.h. ihre eigentliche Wirkform, in
diesem Falle Mesalazin, entsteht erst im Körper. Sie werden im Darm durch Coli-Bakterien
in ihre aktive Form umgewandelt. Mesalazin bekämpft die Entzündung im Darm durch
Beeinflussung der Prostaglandinsynthese und einer Hemmung der Leukotrien-Bildung.
Leukotriene sind körpereigene Gewebshormone, die u.a. an Entzündungsvorgängen beteiligt
sind. Prostaglandine spielen u.a. eine Rolle bei Entzündungen und Schmerzen. Als
Nebenwirkungen können z.B. Durchfälle, Blutbildveränderungen oder allergische
Reaktionen auftreten. Die Anwendung der Arzneistoffe kann auf oralem Wege oder lokal mit
Hilfe von Zäpfchen, Schäumen oder Klysmen erfolgen.
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Azathioprin
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Azathioprin ist ein
Immunsuppressivum, das bei entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird. Daneben
verhindert es u.a. bei Organtransplantationen mögliche Abstoßungsreaktionen und wird
auch erfolgreich zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis
verwendet. Durch die Verabreichung von Azathioprin bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
kann ein Rückgang der Krankheitsrückfälle (Rezidive) von 60 bis 70 Prozent bewirkt
werden. Da es bei Absetzen der immunsuppressiven Therapie häufig zu einem Rezidiv kommt,
ist es empfehlenswert, das Medikament über einen längerfristigen Zeitraum einzunehmen.
Neueren Untersuchungen zufolge kann erst nach 4 Jahren Behandlung mit Azathioprin eine
deutliche Verminderung des Rückfallrisikos gesichert sein.
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Cyclosporin
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Cyclosporin wird
u.a. bei schweren Fällen der Colitis ulcerosa erfolgreich angewendet. Die Ansprechrate
liegt bei 68 Prozent der Erkrankungsfälle. Während der Behandlung mit Cyclosporin muss
wegen der nieren- und leberschädigenden Wirkung regelmäßig eine Kontrolle des
Blutspiegels vorgenommen werden. Dadurch können eventuelle Auswirkungen auf Nieren oder
veränderte Leberwerte rechtzeitig erkannt werden. |
Naturheilmittel
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Weihrauch und spezielle Bakterien wie E. coli Nissle sollen eine positive
Wirkung auf entzündliche Darmerkrankungen besitzen. Die im Weihrauch enthaltenen
Boswelliasäuren hemmen die Lipoxygenase. Dieses Enzym spielt eine wichtige Rolle bei der
Entstehung von Leukotrienen, die wiederum für Entzündungsvorgänge mitverantwortlich
sind. Bisher gibt es noch keine ausführlicheren Daten, die die Wirksamkeit belegen.
Erfahrungen zeigen aber, dass mit Weihrauch und E. coli Nissle ähnliche Effekte erzielt
werden wie mit Mesalazin. |
Infliximab
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Infliximab ist ein
TNF-alpha-Hemmer und wird aufgrund seiner immunsuppressiven Wirkung u.a. bei der chronisch
aktiven Form des Morbus Crohn eingesetzt. Es wird als Kurzinfusion verabreicht. Da noch
keine längere Erfahrung vorliegt, wird eine Behandlung mit Infliximab begonnen, wenn
klassische Immunsuppressiva wie Methotrexat
oder Cyclosporin sich als nicht
wirksam erwiesen haben. |
Apherese-System
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Mit Hilfe des Apherese - Systems (grch. apherese = forttragen) werden
aktivierten Abwehrzellen, die Granulozyten und Makrophagen, aus dem Blut ausgefiltert.
Spezielle Cellulose-Kügelchen in der Apheresesäule sorgen dafür, dass diese weißen
Blutkörperchen festgehalten werden. Sie werden so aus dem Blut entfernt und stehen für
die in der Darmschleimhaut auftretenden Entzündungsvorgänge nicht mehr zur Verfügung.
Sie werden somit in ihrer Aktivität gestoppt und schadlos gemacht. Die Behandlung dauert
ca. 1 Stunde und wird einmal pro Woche durchgeführt. Die Wiederholungen sollten fünfmal
erfolgen. |