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Nicht operative Maßnahmen bei Hämorrhoiden

Inhaltsübersicht:
Analdehner
Verödung
Gummibandligatur
Vereisung
Infrarotkoagulation

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Analdehner

Es gibt vielfältige Möglichkeiten

Häufig ist eine ausschließlich medikamentöse Behandlung nicht ausreichend. Deshalb werden unter Umständen weitere Maßnahmen notwendig. Je nachdem, in welchem Stadium sich die Hämorrhoiden befinden und welche Begleitsymptomatik vorliegt, können unterschiedliche Methoden angewandt werden.

 

Die Anwendung des Analdehners ist leicht zu erlernen.

Ist die Schließmuskulatur sehr verspannt, kann eine Dehnung der Muskulatur Linderung verschaffen. Die Lockerung der Muskulatur führt dazu, dass das Blut besser abfließen kann. Bei leichten Schwellungen der Gefäßpolster kann das ausreichen, um eine Gesundung herbeizuführen. Der Analdehner ist ein Kegel mit abgerundeter Spitze, der etwa 10 Zentimeter lang ist. Er ist aus einem glatten Kunststoff. Häufig wird auf die Spitze eine Salbe mit entzündungshemmenden und/oder schmerzstillenden Substanzen aufgetragen. In entspannter Rückenlage mit hochgelegten Beinen oder auf der Seite liegend wird der Analdehner dann vorsichtig in den Analkanal eingeführt. Gehen Sie dabei langsam vor und schieben Sie den Kegel nur so weit vor, wie es nicht weh tut. Bei täglich zweimaliger Anwendung werden Sie bald immer ein bisschen weiter kommen. Der Analdehnen sollte etwa 4 Minuten im After bleiben. Die Reinigung des Analdehners mit Wasser und Seife ist ausreichend. Desinfektionsmittel bergen die Gefahr einer allergischen Reaktion und sind nicht erforderlich.

 

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Verödung

Eine Lösung, die in die Knoten gespritzt wird, lässt diese absterben.

Das Veröden von Hämorrhoiden nennt man auch Sklerosierung. Dabei wird ein Proktoskop zur Hilfe genommen. Über das Proktoskop wir mit einer Injektionsnadel eine Lösung direkt in die Hämorrhoidenknoten gespritzt. Die Lösung, ein Antivaricosum, ist entweder eine Chinin- Hydrochlorid- Lösung oder bei Allergie gegen Chinin eine Zink- Alkohol- Lösung. Sie bewirkt, dass sich das Gewebe entzündet und dann abstirbt. Die Durchführung ist einfach und schmerzfrei, denn in der Darmschleimhaut, von der die Hämorrhoiden umgeben sind und die bei der Injektion mit der Nadel berührt wird, enthält keine Schmerzrezeptoren.

 

Nicht bei jedem darf die Verödung angewandt werden.

Die Verödung darf nur bei Betroffenen angewandt werden, deren Darm ansonsten gesund ist. Wer eine entzündliche Darmerkrankung hat, etwa Morbus Crohn, kann diese Behandlung nicht durchführen lassen. Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sind von der Behandlung nicht ausgeschlossen, weil bei korrekter Durchführung keine Blutungsgefahr besteht. Nicht angewandt werden sollte die Verödung außerdem bei akut entzündeten Hämorrhoiden, bei Schwangeren, bei schwerem Bluthochdruck und bei Menschen, die zu Thrombosen neigen. In diesen Fällen ist eine andere Therapieform sinnvoller.

 

Rückfälle und Neubildungen sind möglich.

Bei der Verödung wird niemals der gesamte Schwellkörper behandelt. Das ist auch nicht sinnvoll, denn die sind ja notwendig, damit wir unseren Stuhlgang bzw. den Darminhalt wirksam kontrollieren können. Aus diesem Grund kann es zu Rückfällen und Neubildungen von Hämorrhoiden kommen, die eine erneute Behandlung notwendig machen. Wirksamste Maßnahme zur Vermeidung von Neubildungen sind deshalb die Umstellung auf eine faserreiche Kost, regelmäßige körperliche Bewegung, Veränderung der Stuhlgewohnheiten und der Abbau von Übergewicht.

 

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Gummibandligatur

Bei der Gummibandligatur ist Fingerspitzengefühl und Erfahrung notwendig.

Das Abbinden des Hämorrhoidalknotens mit Hilfe eines Gummiringes wird häufig angewandt, wenn die Verödung nicht erfolgreich ist oder bei Betroffenen, bei denen eine Kontraindikation gegen das Veröden besteht. Auch hier wird das Proktoskop zuerst "in Stellung gebracht". Dann schiebt der Arzt vorsichtig mit einem speziellen Instrument einen kleinen Gummiring über den Knoten. Durch diesen Gummiring wird die Blutzufuhr wirksam abgeklemmt und das Gewebe stirbt ab. Die Gummibandligatur sollte nur von erfahrenen Enddarmspezialisten durchgeführt werden, denn sie benötigt viel Fingerspitzengefühl. Falsch positionierte Gummiringe verletzen die empfindliche Analschleimhaut und können heftige Schmerzen verursachen. Da normalerweise eine Gummibandligatur keine Schmerzen verursacht, sollte jeder, der Schmerzen hat, sofort zum Arzt gehen, damit die Position des Ringes korrigiert werden kann.

 

Auch hier gibt es Kontraindikationen.

Bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, darf eine Gummibandligatur nicht durchgeführt werden. Durch das Abstoßen des abgestorbenen Gewebes entsteht eine kleine Wunde. Dort können sich, während der Ausheilung leichter Entzündungen und Infektionen bilden. Auch das Risiko für Blutungen ist recht hoch. Manchmal muss die kleine Wunde sogar genäht werden.

Der Eingriff selbst dauert nur wenige Minuten und kann ambulant und ohne Narkose durchgeführt werden. Die vollständige Ausheilung dauert in der Regel etwa drei Wochen.

 

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Vereisung

Die Kryochirurgie wird immer häufiger angewandt.

Bei der Kryohämorrhoidektomie oder Vereisung werden die Hämorrhoidenknoten mit Hilfe der Kältechirurgie eingefroren. Dabei kommen Lachgas oder flüssiger Stickstoff zur Anwendung. Meistens reicht die Einfrierung eines Knotens bei minus 90 Grad Celsius über 3 Minuten aus. Dadurch stirbt das Gewebe ab. Die Abstoßung des Gewebes erfolgt dann in der Regel nach ungefähr zwei Wochen. Kältechirurgische Maßnahmen sind sehr gewebeschonend und werden selten von Blutungen begleitet. Sie können vielfach ambulant angewandt werden. Die Methode ist besonders für ältere Menschen geeignet.

 

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Infrarotkoagulation

Infrarotstrahlen drosseln die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden.

Allgemein bedeutet Koagulation den Übergang eines flüssigen Stoffes (hier: Blut) in den Gelzustand (hier: geronnenes Blut). Bei der Infrarotkoagulation wird über das Proktoskop eine Infrarotlichtquelle zu den Hämorrhoiden geführt. Diese Lichtquelle gibt dann eine genau definierte Menge an Strahlungsenergie an das betroffene Gewebe ab. Dabei entwickelt sich eine Temperatur von über 100 Grad Celsius, die eine Koagulation des Blutes bewirkt. Die Blutzufuhr zu den Hämorrhoiden wird so gedrosselt. Der Erfolg dieser Therapie stellt sich in der Regel nach 2 Wochen ein.

Die Infrarotkoagulation ist anwendbar bei Betroffenen mit Allergien gegen Sklerosierungsmittel (vgl. Verödung) oder bei solchen, für die eine Kontraindikation gegen die Sklerotherapie besteht.

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