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| Kurzinfo:
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Diabetes insipidus |
| Definition |
Ein Mangel an ADH führt zu einer Störung im Wasserhaushalt des
Körpers. |
| Symptome |
Flüssigkeitsmangel
durch überhöhte Harnproduktion und Harnausscheidung, ständiges Durstgefühl, trockene Haut und Schleimhäute, Verstopfung, Schlafstörungen, Gereiztheit, bei
Kleinkindern möglicherweise Exsikkose, Hypernatriämie mit Verwirrung, Krämpfen bis hin
zum Zusammenbruch, bei Säuglingen Durstfieber |
| Therapie |
Teilweiser zentraler Diabetes insipidus braucht u.U. keine
Medikation, vermehrtes Trinken kann ausreichend sein. Ansonsten Medikation mit
Desmopressin. Desmopressin auch bei komplettem Diabetes insipidus. Bei renalem Diabetes
insipidus Thiaziddiuretika. Regelmäßige Kontrollen und individuelle Anpassung notwendig. |
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Inhaltsübersicht:
Formen
Krankheitsbild
Ursachen
Diagnostik
Therapie |
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Top
Formen
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| Ein
Mangel an ADH führt zu einer Störung im Wasserhaushalt des Körpers. |
Grundlegend
für den Diabetes insipidus ist ein Mangel an ADH,
das auch Vasopressin genannt wird. ADH ist ein Effektorhormon des Hypothalamus, das im Hypophysenhinterlappen
gespeichert und ausgeschüttet wird. Durch den Mangel an ADH tritt eine Störung des
Wasserstoffwechsels des Körpers ein. Wasser ist der Hauptbestandteil einer jeden Zelle
des menschlichen Körper. Von diesem Wasser wird viel zu viel ausgeschieden, weil in den
Nieren nicht mehr ausreichend Wasser rückresorbiert wird. |
| Es
wird ein zentraler und ein renaler Diabetes insipidus unterschieden. |
Es
werden zwei Formen des Diabetes insipidus unterschieden:
- Der zentrale Diabetes insipidus besteht in eine Mangel an
ADH. Dabei kann es sich um ein völliges Fehlen des Hormons oder um einen teilweisen
Mangel handeln. Der Mangel kann vorübergehend, z. B. nach einer Operation, oder dauerhaft
auftreten.
- Die zweiter Form wird auch als renaler Diabetes insipidus
bezeichnet. Dabei ist zwar genug ADH vorhanden, aber die Nieren reagieren nicht auf das
Hormon. Das nennt sich auch Endorganresistenz.
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Top
Krankheitsbild
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| Polyurie
und Nykturie sind die wichtigsten Symptome. |
Bei
Diabetes insipidus ist das vorwiegende Symptom die übermäßige Harnausscheidung. Das
können Mengen zwischen 3 und 15 Litern innerhalb von 24 Stunden sein. In der Fachsprache
nennt sich dieses Symptom Polyurie. Außerdem kommt es zu einer gesteigerten Produktion
von Harn (Nykturie). |
| Wird
der Flüssigkeitsmangel nicht behoben, kommt es zu weiteren Störungen. |
Wegen
der enormen Wasserverluste leiden die Betroffenen unter einem ständigen Durstgefühl
(Polydipsie). Sie trinken viel, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wird der
Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, kommt es zu weiteren Symptomen wie:
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| Hypernatriämie
mit Verwirrung, Krämpfen bis hin zum Zusammenbruch als Folge des Flüssigkeitsmangels. |
Eine
weitere Folge ist die Hypernatriämie, bei der zu viel Natrium im Blutserum vorhanden ist.
Das führt zur Austrocknung: die Zellen schrumpfen, die Betroffenen leiden unter
zunehmender Verwirrtheit und Muskelkrämpfen. Schließlich kann es zu einem völligen
Zusammenbruch kommen. Säuglingen leiden unter Durstfieber. |
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Top
Ursachen
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| Zentraler
Diabetes insipidus kann idiopatisch, nach Operationen oder bei Tumoren auftreten. |
Der
zentrale Diabetes insipidus kann ohne erkennbare Ursache auftreten. Dann wird er auch
idiopatisch genannt. Er kann aber auch die Folge von Operationen im Bereich von Hypothalamus oder Hypophyse
sein. Möglicherweise entwickelt sich die Erkrankung auch aufgrund von Tumoren,
Metastasen, Granulomen im Bereich des Hypothalamus und der Hypophyse. Auch als Folge einer
entzündlichen Erkrankung kann ein zentraler Diabetes insipidus entstehen. |
| Renaler
Diabetes insipidus kann angeboren, oder die Folge von Nierenkrankheiten oder Medikamenten
sein. |
Der
renale Diabetes insipidus kann angeboren sein. Als sekundäre Erkrankung tritt der renale
Diabetes insipidus z. B. bei Nierenerkrankungen wie der Amyloidose auf, bei der die
Funktion der Nieren durch die Einlagerung von Bindegewebe gestört wird. Auch Medikamente
können die Erkrankung hervorrufen, z. B. Lithiumsalze, die bei einigen psychischen
Erkrankungen Anwendung finden. Renale Diabetes insipidus kann in Begleitung einer
Hyperkalzämie (erhöhter Kalziumspiegel) und Hypokalzämie (erniedrigter Kalziumspiegel)
auftreten. |
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Top
Diagnostik
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| Der
idiopatische Diabetes insipidus tritt plötzlich auf. |
Typisch
für den idiopatisch auftretenden Diabetes insipidus ist der plötzliche Beginn und das
Alter. Die meisten Betroffenen sind im Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Bei den
Laborwerten liegt das spezifische Gewicht des Urins bei 1001 bis 1005 und die Urinosmolalität zwischen 50 und 299 osmol\kg. Die
Plamaosmolalität kann erhöht oder im oberen Normbereich sein. Wenn keine
Nierenfunktionsstörung und kein Diabetes mellitus
vorliegt und die Betroffenen außerdem noch sofort auf die Gabe von Desmopressin
(ADH-Derivat) ansprechen, liegt ein typischer Fall vor. |
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(Osmolalität: chemischer Begriff, der die molare Menge der
gelösten, osmotisch wirksamen Teilchen pro Kilogramm Lösungsmittel beschreibt =
osmol\kg.)
(Osmolarität: molare Menge der gelösten, osmotisch wirksamen
Teilchen pro Liter Lösung = osmol\l.) |
| Der
verkürzte Durstversuch kann Diabetes insipidus ausschließen. |
In weniger typischen Fällen muss eine Funktionsdiagnostik
durchgeführt werden.
- Spontankonzentration oder HHL (Hypophysenhinterlappen)
verkürzter Durstversuch: Dieser Test ist wird durchgeführt, wenn kein spezieller
Verdacht auf Diabetes insipidus besteht und die Krankheit ausgeschlossen werden soll.
Betroffene dürfen nach Mitternacht nichts mehr trinken. Morgens sollten sie dann ihre
Blase entleeren. Der dabei gewonnene Urin kann weggeschüttet werden. Danach kann der
Betroffene frühstücken, allerdings ohne Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wenn der
Betroffene das nächste Mal von allein Wasser lassen muss, wird der Urin aufgefangen und
untersucht. Wird bei der Untersuchung ein Anstieg des spezifischen Uringewichtes auf 1020
festgestellt, so ist die ADH-Reserve des Betroffenen ausreichend und ein Diabetes
insipidus ausgeschlossen.
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| Im
Durstversuch wird die Wirkung des ADH auf die Niere gemessen. |
- Durstversuch: Wenn jemand
durstet, so steigt normalerweise die ADH-Konzentration im Blut an. Diese Konzentration
kann man direkt bestimmen. Einfacher ist es aber, die indirekte Wirkung des ADH auf die
Niere zu messen. Das geschieht, indem man die Urinosmolalität
bestimmt. Die Betroffenen dürfen ab 6 Uhr Morgens nichts mehr trinken und bis zum Ende
des Testes nur noch feste Nahrungsmittel zu sich nehmen. Zuerst um 8 Uhr und dann alle 2
bis 3 Stunden soll der Betroffene Wasser lassen. Der Urin wird aufgefangen und untersucht.
Dabei wird jedesmal in einem Protokoll festgehalten:
1. Urinvolumen
2. spezifisches Uringewicht
3. Körpergewicht
4. Urinosmolalität
5. Bestimmung der Natriumkonzentration im Blutserum
6. ADH-Bestimmung im Plasma
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| Genaue
Kontrolle und Überwachung, sowie ein Protokoll sind unbedingt notwendig. |
Der Durstversuch muss genau überwacht und protokolliert
werden. In Notsituationen kann ein Testabbruch notwendig sein. Bei Säuglingen und Kindern
sollte der Versuch verkürzt werden. Bei der Durchführung sollte darauf geachtet werden,
dass die Betroffenen nicht heimlich trinken. Das führt zu einer Verfälschung des
Testergebnisses.
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| Der
Hickey- Hare- Test sollte nur stationär in speziellen Abteilungen durchgeführt werden,
wenn andere Testverfahren keine klaren Ergebnisse gebracht haben. |
- Hickey-Hare-Test
(Kochsalzinfusionstest): Eine NaCl-Lösung wird über eine Infusion in den Körper
gebracht. Das führt zu einer verstärkten Ausschüttung von ADH. In genau festgelegten
Abständen wird der Urin gesammelt und untersucht auf Osmolalität
und Volumen. Testergebnisinterpretation: Normalerweise nimmt die Menge des Urins bei einem
Gesunden ab und die Urinosmolalität steigt an, wenn er Kochsalzlösung bekommt. Diese
Veränderungen fehlen bei einem Diabetes insipidus. Die Normwerte für ADH liegen bei
normaler Wasserausscheidung bei ungefähr 0,3 bis 5 pmol\l, und bei 4 bis 5 pmol\l bei
verminderter Wasserausscheidung (Antidiurese). Das Plasma-ADH steigt beim Gesunden, bei
renalem Diabetes insipidus und bei Polydipsie um 2 bis 5 pg\ml. Nur bei zentralem Diabetes
insipidus fehlt der Anstieg des Plasma-ADH. Wird Desmopressin gegeben, so steigt die
Urinosmolalität auf 400 bis 600 mosmol\kg. Dieses Ergebnis schließt das Vorhandensein
eines renalen Diabetes insipidus aus.
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| Bei
positiver Diagnose muss ein raumfordernder Prozess ausgeschlossen werden. |
Wird
mit Hilfe der Diagnostik ein Diabetes insipidus festgestellt, so sollte auch immer ein Kernspintomographie der
Hypothalamus- Hypophysen- Region des Gehirns durchgeführt werden. So lässt sich am
besten ein raumfordernder Prozess (z. B. ein Tumor) oder ein entzündlicher Prozess
ausschließen. |
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Top
Therapie
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| Desmopressin
bei leichten und schweren Formen des zentralen Diabetes insipidus. |
Die
Therapie des Diabetes insipidus richtet sich nach der Form und der Schwere der Erkrankung.
Leichte Formen des zentralen Diabetes insipidus, bei dem noch teilweise körpereigenes ADH
wirksam ist, brauchen unter Umständen gar nicht behandelt werden. Die Betroffenen
gewöhnen sich an das gesteigerte Durstgefühl und auch daran, dass die öfter urinieren
müssen. Ansonsten sollte auch bei teilweisem zentralem Diabetes insipidus eine Therapie
mit Desmopressin stattfinden. Andere mögliche Wirkstoffe, wie z. B. Carbamazepin oder
Chlorpropamid, haben ein erheblich höhere Nebenwirkungswahrscheinlichkeit. Deshalb
sollten sie besser vermieden werden. |
| Bei
renalem Diabetes insipidus wirken Thiaziddiuretika verordnet. |
Desmopressin
wird auch bei einem kompletten zentralen Diabetes insipidus verordnet. Die Dosierung muss
individuell angepasst werden. Bei renalem Diabetes insipidus werden Thiaziddiuretika
gegeben, die die Rückresorption von Natriumionen in den Nieren hemmen. Dadurch wird die
erhöhte Natriumkonzentration abgebaut. |
| Besonders
wichtig: Regelmäßige Kontrollen. |
Je
nach Situation sollte die Therapie in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um
die Medikamente entsprechend anpassen zu können. Diese Kontrollen sollten auch bei guter
Einstellung mindestens einmal im Jahr erfolgen. Top |
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