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Bücherliste: Schilddrüse
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| Kurzinfo:
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Entzündung
der Schilddrüse unterschiedlicher Ursache: akute Thyreoiditis
(bakterielle Infektionen), subakute Thyreoiditis oder
Thyreoiditis de Quervain (nichtinfektiös), chronische
Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung) |
| Symptome |
Unterschiedlich je nach Form: Akut: starke Schmerzen, Schwellung,
Fieber, Rötung. Subakut: starke unterschiedlich ausstrahlende Schmerzen, Fieber,
Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche, chronisch: Extrem vielseitig mit Symptomen von Hyperthyreose, Hypothyreose
oder Struma, allgemeines Spannungs- und Druckgefühl ohne
Schmerzen. |
| Therapie |
Akute
Form: Antibiotika, Punktion. Subakute Form: NSAR,
Glukokortikoide, Beta-Blocker,
Chronische Form: variable Therapie je nach Symptomatik mit laufenden Kontrollen,
Levothyroxin, Thyreostatika, Beta-Blockern, OP |
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Inhaltsübersicht:
Thyreoiditis
Akute Thyreoiditis
Thyreoiditis de Quervain
Chronische Thyreoiditis |
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Top
Thyreoiditis
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| Der
Verlauf einer Entzündung der Schilddrüse kann sehr unterschiedlich sein. |
Eine
Entzündung der Schilddrüse wird Thyreoiditis
genannt. Dieser Begriff bezeichnet verschiedene Erkrankungen, die völlig unterschiedlich
sind. Gemeinsam ist ihnen aber außer bei der chronischen Form, daß sie oft sehr
schmerzhaft sind. Allgemein werden drei
verschiedene Hauptgruppen unterschieden:
- akute Thyreoiditis (bakterielle
Infektionen)
- subakute Thyreoiditis oder
Thyreoiditis de Quervain (nichtinfektiös)
- chronische Thyreoiditis
(Autoimmunerkrankung)
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Top
Akute Thyreoiditis
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| Bakterien
können eine akute Entzündung der Schilddrüse verursachen. |
Die
akute Thyreoiditis wird durch Bakterien ausgelöst. Die Bakterien gelangen entweder auf
dem Blutweg oder über die Lymphe in die Schilddrüse
und führen dort zu einer bakteriellen Infektion. Charakteristisch ist eine plötzlich
einsetzende Entzündung mit stark schmerzhafter Schwellung der Schilddrüse. Die
Beschwerden können innerhalb weniger Stunden oder Tage auftreten. Mit einem Anteil von
unter einem Prozent an den Schilddrüsenerkrankungen, kann die akute Thyreoiditis als
seltene Erkrankung angesehen werden. |
| Leitsymptome
sind starke Schmerzen, Schwellung, Fieber. |
Die
Betroffenen leiden unter starken Schmerzen im Bereich der Schilddrüse. Hinzu kommen
Fieber, Druckschmerz, Überwärmung und Rötung der Schilddrüse. Der Schmerz tritt akut
auf und strahlt zum Unter- oder Oberkiefer und zum Ohr aus. Es zeigen sich Schwellungen im
Bereich der Schilddrüse und der Lymphknoten. Funktionsstörungen der Schilddrüse treten
im Falle einer akuten, bakteriellen Thyreoiditis nicht auf. |
| Die
Untersuchung des Punktats weist die Bakterien nach. |
Wegweisend
ist die Druckschmerzhaftigkeit der Schilddrüse und die lokalen Beschwerden der
Betroffenen. Für die Diagnose wird die Schilddrüse punktiert. Das Punktat wird dann
bakteriologisch untersucht. Als Zeichen einer akuten Entzündung ist die
Blutsenkungsgeschwindigkeit ist bei einer akuten Thyreoiditis erhöht. Die Betroffene
haben auch mehr weiße Blutkörperchen, als normalerweise. Um auszuschließen, daß die
Beschwerden von einer Blutzyste herrühren, sollte eine Sonographie durchgeführt werden. Die häufigste
Ursache für Schmerzen im Bereich der Schilddrüse ist eine Blutung im Bereich von Zysten,
die sich bei einem Struma bilden können. Deshalb ist es bei der
Diagnose wichtig, diese Ursache auszuschließen. |
| Therapie
mit Antibiotika. |
Die
akute Thyreoiditis wird mit einem Breitbandantibiotikum medikamentös behandelt. Vorher
ist eine Untersuchung von Resistenzen gegen Antibiotika sinnvoll. Eine
entzündungshemmende Medikation mit Antiphlogistika ist nur selten sinnvoll. Linderung der
Beschwerden durch kühlende Umschläge. In seltenen Fälle wird eine Punktion zur
Entlastung des Gewebes von Wasser- und Eiteransammlungen vorgenommen. In schweren Fällen
können kranke Organteile auch operativ entfernt werden. |
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Top
Thyreoiditis de Quervain
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| Die
subakute Thyreoiditis de Quervain ist die häufigste Form der Thyreoiditis. |
De
Quervain beschrieb erstmals 1904 das Krankheitsbild der subakuten Thyreoiditis. Die
Erkrankung wird auch Riesenzellthyreoiditis genannt, weil sich Riesenzellen im Gewebe der
Schilddrüse gebildet haben. Die Ursachen der Thyreoiditis de Quervain ist bis heute nicht
eindeutig geklärt. Vermutet wird, daß eine vorausgegangene Virusinfektion die
Entzündung der Schilddrüse auslöst. Bei einigen Gewebsreaktionen gilt diese Hypothese
aber als unsicher. Bezweifelt wird neuerdings auch ein Zusammenhang mit Mumps-, Grippe,-
Masern- und Coxsackieviren. Die Thyreoiditis de Quervain ist die häufigste Form der
Schilddrüsenentzündung. |
| Die
oft sehr starken Schmerzen strahlen in verschiedene Bereiche aus. |
Die
subakute Thyreoiditis ist mit erheblichen Schmerzen verbunden, die ins Ohr, den Ober- bzw.
Unterkiefer ausstrahlen. Charakteristisch ist auch, daß der Schmerz von einer zur anderen
Halsseite wechselt und eine unterschiedliche Ausstrahlung zeigt. Die Betroffenen leisten
unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl mit Fieber, Abgeschlagenheit und
Leistungsschwäche, so als ob sie an einem schweren viralen Infekt erkrankt seien. Einige
Wochen vorher ist meist ein viraler Atemwegsinfekt vorangegangen. |
| Vorübergehende
Symptome einer Über- und Unterfunktion der Schilddrüse können hinzukommen. |
Bei
der Untersuchung ist die Schilddrüse ist derb, berührungsempfindlich und
schluckverschieblich. In der Regel tritt eine Schilddrüsenfunktionsstörung auf.
Zunächst kommt in der Anfangsphase der Erkrankung zu einer Hyperthyreose
mit den entsprechenden Symptomen. Dann normalisiert sich die Drüsenfunktion bis zur
Euthyreose und geht dann häufig in eine Hypothyreose
über. Die Funktionsstörungen normalisieren sich meistens spontan wieder. Die subakute
Thyreoiditis ist in der Regel nach 1 bis 4 Monaten abgeklungen. die Krankheit kann aber
auch bis zu 6 Monaten andauern. Eine gezielte Therapie bringt aber schon nach wenigen
Tagen eine erhebliche Linderung der Beschwerden. |
| Eine
Gewebeentnahme zeigt bei der Untersuchung typische Riesenzellen. |
Zunächst
wird die Schilddrüse äußerlich untersucht. Die Schilddrüse ist derb und teilweise
knotig. Sie ist druckempfindlich und schluckverschieblich. Die Lymphknoten sind nicht
geschwollen. Eine Sonographie gibt weiteren
Aufschluß. Des weiteren wird eine Ultraschalluntersuchung vorgenommen. Zum
Ausschluß anderer Schilddrüsenerkrankungen wird mit einer feinen Nadel etwas Gewebe
entnommen und untersucht. Typischerweise zeigen sich dann Riesenzellen bei der
Thyreoiditis de Quervain. Ein Szintigramm dient ebenfalls der Ausschlußdiagnostik. Es
kann bei Thyreoiditis de Quervain eine fehlende oder stark verminderte Speicherung der
Isotope zeigen. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit ist typischerweise extrem beschleunigt. |
| Die
Therapie schafft sofortige Linderung der Beschwerden. |
Eine
Therapie, die die Ursache beseitigt, ist bei der subakuten Thyreoiditis nicht möglich.
Die Therapie kann aber die Symptomatik erheblich lindern. Bei einer leichten Thyreoiditis
de Quervain ist die Gabe von nichtsteroidalen
Antirheumatika (NSAR) wie Salicylsäure oder Diclofenac ausreichend. Bei stärkeren
Beschwerden wirken meisten Glukokortikoide
über einen Zeitraum von bis zu 3 Monaten verabreicht. Die Dosierung sollte abfallend
sein. Die Beschwerden nehmen durch die Medikamente schlagartig ab. |
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Eine
Behandlung der Hyperthyreose mit speziellen Medikamenten
ist wirkungslos. Außerdem ist die Hyperthyreose vorübergehend. Die Wirkung der
Schilddrüsenhormone kann allerdings sehr stark sein. Um die Beschwerden zu lindern
können Beta-Blocker zur Hemmung der zuviel ausgeschütteten Schilddrüsenhormone gegeben
werden. |
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Top
Chronische Thyreoiditis
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| Die
schmerzlose Entzündung der Schilddrüse verläuft über viele Jahre. |
Die
chronische Thyreoiditis eines schmerzlose Erkrankung der Schilddrüse, die über Jahre
verläuft. Das Gewebe der Schilddrüse wird dabei teilweise oder sogar vollständig
zerstört. Das Krankheitsbild ist sehr variabel. Die Größe der Schilddrüse kann langsam
abnehmen, das ist die atophische Form. Oder es bildet sich ein Struma.
Das ist die hypertrophe Form, die auch Hashimoto Thyreoiditis genannt wird. Als Ursachen
werden eine genetische Disposition und eine Autoimmuninfektion angenommen. Genetisch
findet sich eine familiäre Häufung, bei der die Gewebsmarker
HLA-DR3, DR5 und B8 auftreten. |
| Alle
Symptome der Hyper-, Hypothyreose und Struma können vorkommen. |
Die
Beschwerden der chronischen Thyreoiditis sind sehr vielfältig, je nach Verlaufsform. Es
können sich Symptome wie bei einer Hyperthyreose, einer Hypothyreose oder einer Struma
zeigen. Die Symptome treten schleichend auf: langsame Entwicklung von Druck- und
Spannungsgefühl ohne Schmerzen. |
| Postpartale
Thyreoiditis ist eine Sonderform, die Frauen nach der Entbindung betrifft. |
Die postpartale Thyreoiditis ist eine Sonderform der chronischen
Thyreoiditis. Sie tritt bei ca. 6 bis 8 Prozent der Frauen in den ersten 6 Monaten nach
der Entbindung auf. Dabei entsteht 4 bis 8 Wochen nach der Entbindung eine vorübergehende
Hyperthyreose, der eine vorübergehende Hypothyreose mit spontaner Ausheilung folgt. Die Hyperthyreose
ähnelt in ihrem Verlauf dem bei der subakuten Thyreoiditis. Das allgemeine
Krankheitsgefühl sowie die charakteristischen Schmerzen fehlen allerdings. Die
Schilddrüse ist derb vergrößert, gut tastbar und schluckverschieblich. |
| Diagnostik
der chronischen Thyreoiditis. |
Die
chronische Thyreoiditis wird meistens bei der Untersuchung wegen einer
Schilddrüsenfunktionsstörung diagnostiziert. Oft wird sie auch zufällig im Rahmen einer
Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse entdeckt. Grund ist der nahezu schmerzfreie
Verlauf. Neben den Symptomen der Hypothyreose bzw. der
vorübergehenden Hyperthyreose bei der postpartalen
Thyreoiditis ist eine positive Familienkrankheitsgeschichte oder das Vorliegen anderer
organspezifischer Autoimmunkrankheiten wegweisend. Neben der Anamnese und der
körperlichen Untersuchung ist eine Sonographie
und eine Blutuntersuchung erforderlich. Verläuft der Nachweis von
schilddrüsenspezifischen Antikörpern positiv, ist das ein sicheres Zeichen dafür, das
eine Erkrankung vorliegt. |
| Die
Therapie muß variabel gehandhabt werden. |
Therapie
der chronischen Thyreoiditis muß variabel sein. Der Verlauf der Erkrankung ist nicht
vorhersehbar. Deshalb müssen laufende Kontrollen und eine Anpassung der Therapie
erfolgen. |
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Bei
einer ausgeprägten Hypothyreose erfolgt eine
Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen (Levothyroxin) statt, um einen normalen
Hormonzustand zu erreichen. Diese Therapie muß lebenslang durchgeführt werden. Bei einer
Hyperthyreose Therapie mit Thyreostatika mit Kontrollen und Anpassung der Dosierung. Wenn
notwendig, kann eine Therapie mit Beta-Blockern erfolgen, um die Wirkung der Hormone
abzuschwächen. Bei mechanischen Problemen durch Struma oder bei Verdacht auf Malignome
sollte operiert werden. Top |
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