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Fibromyalgie
 

Fibromyalgie
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Kurzinfo: Fibromyalgie
Symptome Starke Schmerzen im Bereich von Sehnen und Muskeln, die meistens jahrelang bestehen und chronisch sind. Außerdem: Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall, Depressionen, allgemeine Müdigkeit, (CFS-Syndrom oft begleitend), Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle, Morgensteifigkeit, Herzrhythmusstörungen, Reizmagen, Reizdarm, schmerzhafte Regelblutungen, kalte Hände und Füße, Allergien, Stress
Therapie Medikamente: Schmerzmittel haben langfristig wenig Wirkung, sollten und müssen aber bei Bedarf individuell dosiert verabreicht werden. Gering dosierte Antidepressiva verbessern den Schlaf.
Physikalische Therapie: Krankengymnastik, Massagen, Ergotherapie, Wärmetherapie, Kältetherapie, Elektrotherapie und TENS, .Akupunktur
Psychotherapeutische Begleitung: Individuelles Schmerzbewältigungsprogramm, Konfliktbewältigungsstrategien, Gesprächstherapie, Autogenes Training , progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
Selbsthilfe Ausdauersport
Inhaltsübersicht:
Häufigkeit und Entstehung
Krankheitsbild
Diagnostik
Therapie
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Häufigkeit und Entstehung
Fibromyalgie ist die häufigste Erkrankung innerhalb der extraartikulären Rheumakrankheiten. Der Weichteilrheumatismus, auch extraartikuläres Rheuma genannt, umfaßt rheumatische Erkrankungen, bei denen nicht direkt die Gelenke, sondern Bindegewebe, Sehnen und Bänder betroffen sind. Der wichtigste Vertreter dieser Gruppe ist die Fibromyalgie, bei der Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat auftreten können. Fibromyalgie kommt sowohl als Einzelerkrankung (primär), als auch als Folgeerkrankung (sekundär) bei anderer rheumatischer Erkrankungen, z. B. Lupus erythematodes, Rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew vor.

 

Fibromyalgie ist mit 3 Prozent Betroffenen eine sehr häufige Erkrankung. Die Zahlen über die Häufigkeit der Fibromyalgie schwanken erheblich, zwischen 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, vorwiegend Frauen. Oft kommt die Krankheit in der weiblichen Linie der Familie gehäuft vor. Der Krankheitsbeginn liegt meistens um das 35. Lebensjahr. Nach dem Krankheitsbeginn steigern sich die Beschwerden kontinuierlich und haben ihren Höhepunkt meistens vor oder nach den Wechseljahren so um das 60. Lebensjahr. Fibromyalgie kann aber auch schon bei Jugendlichen und Kindern vorkommen.

 

Ob Fibromyalgie vererbt wird, eine Autoimmunkrankheit oder eine psychosomatische Erkrankung ist, ist noch ungeklärt. Die Ursache der Fibromyalgie ist noch nicht geklärt. Allerdings wird eine genetische Veranlagung diskutiert, die wegen der familiären Häufung naheliegt. Auch Störungen in den Regelkreisen der Schmerzempfindung im Gehirn werden diskutiert. Dafür würde sprechen, daß bei den Betroffenen eine deutliche Zunahme der "Schmerzsubstanz P" bei gleichzeitiger Abnahme der Botenstoffe Serotonin und Tryptophan gefunden wurde. Es ist aber nicht klar, ob diese Veränderungen die Ursache der Fibromyalgie, oder ob sie eine Folge psychosomatischer Einflüsse sind. Betroffene haben außerdem in ihrer Krankengeschichte oft schon unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates gelitten, z. B. einem Schleudertrauma (HWS-Syndrom) oder einnem Bandscheibenvorfall (LWS-Syndrom).

 

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Krankheitsbild
Starke Schmerzen sind das Leitsymptom. Im Vordergrund stehen starke Schmerzen im Bereich von Sehnen und Muskeln, die meistens jahrelang bestehen. Die Schmerzen sind oft großflächig, können aber auch bei manchen Betroffenen punktgenau lokalisiert werden. Oft entwickeln Muskelverspannungen, wie sie auch für muskuläre Dysbalancen typisch sind. Die Schmerzqualität wird häufig als reißend und ziehend beschrieben.

 

Druckschmerzhafte Tender points sind charakteristisch. Charakteristisch für Fibromyalgie sind heftige Druckschmerzen an den sogenannten "Tender points" (siehe Diagnostik). Dabei kann es vorkommen, daß Betroffene schon bei leichtem Druck auf den Schwertfortsatz des Brustbeins (Processus xiphoideus) zurückweichen.

 

Die vielfältigen Begleitsymptome führen häufig zu Fehldiagnosen und erhöhen das Leid der Betroffenen. Die Schmerzen aufgrund eines Fibromyalgie-Syndroms haben die Tendenz, sich chronisch zu entwickeln. Die weiteren Begleitsymptome der Fibromyalgie können sehr vielgestaltig sein. Deshalb wird oft eine falsche Diagnose gestellt. Betroffene werden drei Mal so oft operiert, wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Meistens wird dadurch aber keine Besserung der Beschwerden erreicht. Neben den chronischen Schmerzen können bei Fibromyalgie folgende Symptome auftreten:

 

Die Symptome entwickeln sich langsam fortschreitend. Das gesamte Krankheitsbild entwickelt sich nur in den seltensten Fällen in kurzer Zeit. Meistens schreitet die Krankheit langsam fort. Oft sind zu Beginn nur ein oder zwei Körperstellen von den Schmerzen betroffen. Wenn sie sich dann ausbreiten, werden sie mit der Zeit chronisch. Oft verläuft die Krankheit wellenförmig: Mal bessern sich die Beschwerden, mal werden sie wieder schlechter. Ganz verschwinden tun sie meisten nicht. Im Frühjahr und im Herbst sind die Schmerzen meistens stärker ausgeprägt. Das hängt vermutlich damit zusammen, daß Nässe und Kälte für viele Betroffene eher negativ ist.

 

Die Lebensqualität kann erheblich eingeschränkt sein. Fibromyalgie ist keine lebensbedrohliche Erkrankung. Es kommt auch nicht zu einer Versteifung der Gelenke oder zu einer Zerstörung von Gewebe, wie dies bei vielen anderen rheumatischen Erkrankungen der Fall ist. Dennoch leiden die Betroffenen erheblich an der Symptomatik und ihre Lebensqualität kann ganz erheblich eingeschränkt sein.

 

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Diagnostik
Schon eine einfache körperliche Untersuchung der Tender points gibt die entscheidenden Hinweise bei der Diagnose. Viele Betroffene haben eine regelrechte Odyssee hinter sich, bevor ihre Erkrankung endlich eindeutig diagnostiziert wurde. Dabei ist die Diagnose der Fibromyalgie, verglichen mit anderen Erkrankungen, eigentlich eher leicht zu erkennen. Problematisch ist, dass die Fibromyalgie bei vielen Ärzten immer noch ein wenig bekanntes Krankheitsbild ist. Besonders Orthopäden und Allgemeinmediziner, bei denen viele Betroffene zuerst vorstellig werden, sollte die Symptomatik der Fibromyalgie bekannt sein.

Das "American College of Rheumatology" hat 1990 die Kriterien für eine Fibromyalgie festgelegt, die auch hier anerkannt sind:

Von den insgesamt 18 Druckpunkten (Tender points) müssen 11 schmerzhaft sein. Die Symptome müssen länger als drei Monate anhalten.

Diese Merkmale können bei einer routinemäßigen körperlichen Untersuchung festgestellt werden.

 

11 der 18 Tender points müssen bei Fibromyalgie druckempfindlich sein. In der nebenstehenden Grafik werden die 18 Tender points (paarig) dargestellt:

a = Knorpel- und Knochengrenze der zweiten Rippe
b = Trochanter major
c = Fettkörper im Bereich des mittleren Kniegelenkes
d = Trapezius-Ansatz am Hinterkopf
e = Bänder zwischen den Halswirbeln (C4 - C7)
f = Mitte des oberen Randes des Trapezmuskels
g = M. supraspinatus am Ursprung oberhalb der Spina scapulae
h = Ellenbogen (Epicondylus lateralis)
i = oberer, äußerer Quadrant der Glutealmuskulatur

 

Die meisten diagnostischen Maßnahmen sind notwendig, um andere Erkrankungen auszuschließen. Weitere diagnostische Maßnahmen zeigen oft keine Befunde. Trotzdem müssen verschiedene andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Zu ihnen gehören u.a.:

 

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Therapie
Medikamente sind häufig nicht wirksam. Lediglich niedrig dosierte Antidepressiva bringen verbesserten Schlaf.

 

Spezielle Infos zu Antidepressiva in der Schmerztherapie

Da die Ursachen der Fibromyalgie noch nicht entdeckt sind, gibt es auch noch keine direkte Behandlung. Die Therapie muß sich deshalb an die konkreten Beschwerden orientieren und fordert viel Geduld. Nicht alle Maßnahmen bewirken bei jedem Betroffenen das gleiche. Schmerzmittel haben langfristig meistens nur einen geringen Effekt. Dennoch können und müssen sie bei Bedarf individuell dosiert angewendet werden. Antidepressiva, die sehr viel geringer dosiert sein können, als bei Depressionen üblich, zeigen bei etwa 50 Prozent der Betroffenen eine positive Wirkung. Der Schlaf verbessert sich. Die damit verbundene Entspannung führt zu einer verbesserten Schmerzsituation. Aber nicht nur der Schlaf ist ein wichtiger Aspekt. Besonders hervorzuheben ist, daß nur solche Antidepressiva sinnvoll sind, die das Schmerzgedächtnis positiv beeinflussen. Die neueren selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) haben sich in der Schmerztherapie nicht bewährt. Ihr Wirkmechanistmus trifft nicht die Rezeptoren, die zur Schmerzbeeinflussung wichtig sind.

 

Physikalische Maßnahmen stehen im Vordergrund. Bei der physikalischen Behandlung stehen diejenigen Methoden im Vordergrund, die eine Muskelentspannung bewirken können und dem Ausgleich muskulärer Dysbalancen und der Kräftigung der Muskulatur dienen. Dazu gehört die Krankengymnastik, Massagen, Ergotherapie, Wärmetherapie, Kältetherapie, Elektrotherapie und TENS. Die Anwendung von Akupunktur zur Schmerzlinderung ist zu empfehlen.

 

Die psychotherapeutische Betreuung ist wichtig. Wichtig ist die psychotherapeutische Betreuung. Betroffene sollten ein individuell auf sie abgestimmtes Schmerzbewältigungsprogramm und Konfliktbewältigungsstrategien erlernen. Eine Gesprächstherapie kann sinnvoll sein. Außerdem sollten zur muskulären Entspannung auch Techniken wie Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation nach Jacobson zur Anwendung kommen.

 

Infos FibromyalgieFibromyalgie Infoquellen im Internet - eine Auswahl Als eine wichtige Selbsthilfemaßnahme hat sich das regelmäßige Durchführen von Ausdauersportarten gezeigt. Dabei kann sich jeder, entsprechend seinen Interessen, eine Sportart aussuchen. Ob Langlauf, Joggen, Walking, Radfahren, Wandern, Schwimmen, Skaten..... wichtig ist, dass nicht die Power im Vordergrund steht, sondern die ruhige und langanhaltende Form des Sports. Dann ist Ausdauersport eine wichtige Therapie, die hilft.

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