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Migräne als neurogene Entzündung

Fasern des Trigeminusnervs finden sich in den Wänden aller Blutgefäße im Gehirn.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine wichtige Verbindung zwischen den Blutgefäßen des Gehirns und Nervenzellen des Gesichtsnervs (Nervus trigeminus) besteht. Der Trigeminusnerv besitzt feinste Verästelungen, die sich in den Wänden aller Blutgefäße im Gehirn befinden. Eine Migräneattacke beginnt, so die heutige Ansicht, mit einer Überaktivität von Nervenzellen im Hirnstamm. Diese Aktivität errecht die Fasern des Trigeminusnervs, dessen Endungen in den Blutgefäßen Schmerzsignale an das Gehirn weiterleiten. Die Schmerzen führen zu einer Ausschüttung verschiedener Botenstoffe, die eine Weitung der Blutgefäße zur Folge haben. Dadurch werden die Gefäßwände durchlässig für bestimmte Blutbestandteile im Plasma. Sie treten in die unmittelbare Umgebung des Blutgefäßes aus und führen dort zu einer vorübergehenden schmerzhaften Entzündung. Weil diese Entzündung nicht durch Bakterien oder Viren, sondern durch Nervenimpulse hervorgerufen wird, nennt man sie neurogene Entzündung.

 

Die Entzündung führt zu einer gesteigerten Schmerzempfindlichkeit.

Durch die Entzündung wird die Schmerzempfindlichkeit so weit gesteigert, dass die Pulsschlagwelle des Blutes als pulsierender pochender Kopfschmerz wahrgenommen wird. Auch andere Bereiche des Gehirns werden durch die Schmerzen aktiviert. Das erklärt die Begleiterscheinungen der Migräne, wie Übelkeit und Erbrechen, die Lichtscheu und die Lärmempfindlichkeit.

 

Entzündungshemmende Medikamente wirken.

Migräne als neurogene Entzündung erklärt, warum Acetylsalicylsäure (ASS), das entzündungshemmend wirkt, bei Migräne wirksam ist. Auch andere Medikamente setzen an diesem Aspekt an. Ergotamin und die neuen Triptane verengen die Blutgefäße und hemmen die  Entzündungsreaktion.

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