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Cholinesterase (CHE)

Cholinesterase wird in der Leber gebildet

Die Cholinesterase (CHE) ist ein Enzym, welches in der Leber gebildet wird. Es ist an der Impulsübertragung vom Nerven auf das Organ beteiligt, indem es den Botenstoff Acetylcholin spaltet. Die Bestimmung der Cholinesterasekonzentration im Blut ist eine wichtige Methode zur Beurteilung der Leberfunktion.

 

Normalwerte

Der Normalwert wird in kU/Liter angegeben. "kU" steht für "kilo Units" bzw. auf deutsch "Kilo-Einheiten", das sind "1000 Einheiten". Normwerte sind:
  • Kinder ab 6 Jahren, Frauen ab 40 Jahren, Männer: 3,5 - 8,5 kU/l
  • Frauen 16-29 Jahren: 2,8 - 7,4 kU/l
  • Schwangere Frauen bzw. während Einnahme der Anti-Baby-Pille: 2,4 - 6,0 kU/l

 

Ursachen für eine erhöhte Konzentration von Cholinesterase

Die Konzentration der Cholinesterase im Blut kann unter anderem bei folgenden Erkrankungen erhöht sein:

 

Ursachen für eine niedrige Konzentration von Cholinesterase

Verringerte Konzentrationen der Cholinesterase im Blut können beispielsweise auf folgende Erkrankungen zurückzuführen sein:
  • angeborener Cholinesterasemangel
  • akute Vergiftungen, die mit einer Zerstörung von Lebergewebe einhergehen, z.B. Vergiftungen mit Knollenblätterpilzen oder Überdosierung des Schmerzmittels Paracetamol
  • chronische Lebererkrankungen wie chronische Hepatitis oder Leberzirrhose
  • Lebertumoren
  • Vergiftungen mit Insektenvernichtungsmitteln wie E 605
  • schwere Erkrankungen, die mit einem deutlichen Gewichtsverlust und Auszehrung verbunden sind, wie dies unter anderem bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen der Fall ist

 

Ein angeborener Mangel an Cholinesterase kann bei einer Narkose gefährlich werden

Ein angeborener Cholinesterasemangel kann im Rahmen einer Narkose von Bedeutung sein: Einige der bei einer Narkose verwendeten Medikamente zur Muskelentspannung (so genannte Muskelrelaxanzien vom Succinyl-Typ) werden bei den Betroffenen langsamer in der Leber abgebaut als bei Menschen mit normaler Funktion der Cholinesterase. Das kann für die Betroffenen zur Folge haben, dass die muskelentspannenden Substanzen länger wirken als geplant und so beispielsweise zu einer Atemlähmung führen. In diesem Fall muss der Betroffene nach Beendigung einer Narkose noch so lange weiter künstlich beatmet werden, bis die Wirkung der muskelentspannenden Medikamente beendet ist und die selbstständige Atmung wieder einsetzt.

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