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Chronische Schmerzen in Zahlen
  Inhaltsübersicht
Zahl der Schmerzpatienten
Schmerztourismus
Wieviele Schmerztherapeuten brauchen wir?
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Zahl der Schmerzpatienten
Stiefkind der Forschung. Es gibt bisher wenige Untersuchungen zu chronischen Schmerzen, die ein zuverlässiges Bild der Situation von Schmerzpatienten vermitteln. Die Epidemiologie chronischer Schmerzen ist ein Stiefkind der deutschen Forschung.

 

Wer kümmert sich um Schmerzkranke? Erste Zahlen lieferte erst 1985 eine im Auftrag der Bundesregierung durchgeführte  repräsentative Stichprobe von SEEMANN und ZIMMERMANN, die sich auf die alten Bundesländer bezieht. Die Studie sollte ermitteln, welche Ärzte bzw. Fachärzte sich mit Schmerzkranken befassen und welche Behandlungsmethoden hauptsächlich angewandt wurden.

 

Ergebnisse für die gesamte BRD. Diese Studie wurde 1991 von JUNGCK auf die neuen Bundesländer ausgedehnt.

 

Schaubild: Schmerzpatienten Danach ergab sich folgendes Bild.
Pat. gesamt davon mit chronischen Schmerzen mit problematischen Schmerzkrankheiten
32 Mio. 5,12 - 7,68 Mio. 512.000 - 640.000
100 % 16 - 24 % 1,6 - 2 %
Hausarzt HA / Facharzt Algesiologe
Quelle: D. Jungck, Algesiologie. In: Grundlagen der  Schmerztherapie, 1998

Von den insgesamt 32 Millionen Menschen, die in einem Quartal ihren Arzt aufsuchten, waren zwischen 5,12 Millionen und 7,68 Millionen Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Das sind 16 - 24 Prozent aller Patienten. Der Anteil der Patienten, die einen Algesiologen (Schmerztherapeuten) benötigten, belief sich auf 1,6 bis 2 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das. Von den 7,68 Millionen Schmerzpatienten müßten ungefähr 640.000 von einem Spezialisten behandelt werden.

 

1/4 aller Patienten haben chronische Schmerzen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen aber auch, daß nahezu ein Viertel aller Patienten chronische Schmerzen haben. Damit wird eine Aussage von BRESLER (1989) belegt, der sagte: "Chronische Schmerzen sind zu der kostspieligsten, belastendsten und verbreitendsten Gesundheitsstörung in der westlichen Welt geworden."

 

Die Suizidgefahr ist erheblich. Jährlich begehen in der Bundesrepublik Deutschland ungefähr 2000 bis 3000 Menschen mit chronischen Schmerzen Selbstmord.

 

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Schmerztourismus
10 Jahre ohne Erfolg. Weitere Zahlen, die alarmierend und äußerst erschreckend sind, beziehen sich auf die Behandlungsversuche von chronischen Schmerzen. Bevor chronisch Schmerzkranke in die Behandlung von Facheinrichtungen gelangen, haben sie durchschnittlich 10 Jahren mit Behandlungsversuchen von 8 verschiedenen Fachärzten über sich ergehen lassen.

 

Operationen beseitigen den Schmerz nicht. 80 Prozent dieser Menschen haben während dieser Zeit mindestens einmal im Krankenhaus gelegen. Ein Drittel hat sich wegen seiner Schmerzen operieren lassen - ohne Erfolg.

 

Frühe Behandlung erhöht die Heilungschancen. Die Zeit, die verstreicht, bevor ein Facharzt sich mit ihren chronischen Schmerzen beschäftigt, wirkt sich negativ aus. Je länger ein Patient unter chronischen Schmerzen leidet, desto schwerer ist er zu behandeln. In späteren Stadien gelingt es meistens nur noch, den Schmerz zu vermindern. Ganz beseitigen läßt er sich dann nur noch selten.

 

siehe auch: D. Jungck, Algesiologie. In: Grundlagen der  Schmerztherapie, 1998
Buch dazu anzeigenPsychologische Schmerztherapie. Grundlagen - Diagnostik - Krankheitsbilder - Behandlung
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Wieviele Schmerztherapeuten brauchen wir?
Schmerztherapie kostet viel Zeit. Um sich ein Bild vom Bedarf schmerztherapeutischer Einrichtungen zu machen, muß man daran denken, wie eine wirksame Behandlung aussehen muß. Ähnlich wie in der Psychotherapie ist  eine erfolgreiche Schmerztherapie eine langfristige Angelegenheit. Sie verbraucht viel Zeit und Zuwendung.

 

Maximum 300 Patienten. Darum kann ein Schmerztherapeut nur ungefähr 300 Patienten in einem Quartal behandeln. Am besten wäre es aber, wenn es noch weniger wären.

 

2.200 Einrichtungen werden gebraucht. Wird die Zahl von 300 Patienten auf die Zahl von 640.000 Patienten, die einen Algesiologen benötigen angewandt, so ergibt sich ein Bedarf von 2.200 schmerztherapeutischen Einrichtungen.

 

Es sind nur 165 Einrichtungen vorhanden. Tatsächlich vorhanden sind aber nur 165 solcher Einrichtungen, die den Anforderungen des Schmerztherapeutischen Kolloquiums e.V. (STK) entsprechen, in Form von Ambulanzen, Kassenpraxen, die auch Schmerztherapie betreiben, reinen Schmerzpraxen und Fachkliniken.

Das bedeutet, daß der Bedarf nur zu etwa zehn Prozent gedeckt ist.

 

Versorgung beträgt höchstens 15 Prozent. Selbst wenn man zu diesen Zahlen noch diejenigen Fachärzte und Einrichtungen für Algesiologie hinzuzählt, die keine Anerkennung des STK haben, so werden vermutlich insgesamt nicht mehr als 15 Prozent der Schmerzpatienten schmerztherapeutisch behandelt.

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Hintergründe, Fakten, Zahlen

 

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