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Insuffizienz des Hypophysenvorderlappens
 

Insuffizienz des Hypophysenvorderlappens
im Internet

Buch dazu anzeigenManual der Endokrinologie. Leitfaden zur endokrinologischen Funktionsdiagnostik.

 
Kurzinfo:

Insuffizienz des Hypophysenvorderlappens (HVL)

Symptome Thyreotrope Achse: sekundären Hypothyreose mit Kälteintoleranz, kühle, trockene und rauhe Haut, Gewichtszunahme, Obstipation und langsamer Puls.
Adrenokortikotrope Achse:  sekundären Insuffizienz der  Nebennierenrinde mit Leistungsabfall, Hypoglykämie, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen, wachsartige Haut. Auch nach einem Sonnenbad kommt es nicht zu einer Hautbräunung.
Gonadotropen Achse: Beim Mann kommt es zu Hgypogonadismus mit bleicher, wächserne Haut und vermehrte Faltenbildung, Libido- und Potenzverlust. Bei der Frau Menstruationsstörungen, Atrophie der Brust, Unfruchtbarkeit. Ausfall der Sekundärbehaarung bei beiden Geschlechtern. Bei Kindern kann die Pubertät ausbleiben.
Ausfall der Effektorhormone des HVL: Wachstumshormonmangel führt bei Kindern zu Minderwuchs. Der Ausfall von Prolaktin macht sich nur bei Frauen während der Stillzeit bemerkbar.
Therapie Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung. Bei Tumoren evtl. operative Entfernung.
Hormonersatztherapie
adrenotropen Achse: Hydrocortison
thyreotropen Achse: Levothyroxin
gonadotrope Achse: Testosteronönanthat
Inhaltsübersicht:
Definition und Ursachen
Krankheitsbild
Diagnostik
Therapie
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Definition und Ursachen
Der Hypophysenvorderlappen (HVL) beeinflußt vielfältige hormonelle Regelkreise. Der Hypophysenvorderlappen (HVL) bildet eine große Anzahl von Hormonen, die zum einen untergeordnete Hormondrüsen steuern (glandotrope Hormone) und zum anderen direkt auf die Zielzellen (Effektorhormone) wirken. Die wichtigsten Hormone des Hypophysenvorderlappens und ihre Funktion können Sie hier nachlesen.

 

Eine HVL-Insuffizienz kann teilweise oder vollständig sein. Eine Hypophysenvorderlappeninsuffizienz (HVL-Insuffizienz) kann nun eine oder mehrere Steuersysteme betreffen. Sie kann auch eine Fehlfunktion der untergeordneten Systeme hervorrufen. Die Insuffizienz äußert sich als teilweiser oder kompletter Ausfall der Zielhormone auf die Nebenniere, die Schilddrüse und die Geschlechtsdrüsen.

 

Ursache kann ein Tumor, ein Schlaganfall oder Strahlung sein. Die Ursachen können vielfältig sein. Am häufigsten sind Tumore im Bereich der Hypophyse und des Hypothalamus (vgl. Hypophysenadenom) verantwortlich. Auch der Gewebsuntergang im Bereich der Hypophyse als Folge eines Schlaganfalls kann die Ursache sein. HVL-Insuffizienz kann auch als Folge von Operationen oder von Bestrahlungen vorkommen.

 

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Krankheitsbild
Schädigung der thyreotropen Achse. Liegt eine komplette Schädigung der thyreotropen (die Schilddrüse betreffend) Achse vor, so bilden sich die Symptome der sekundären Hypothyreose aus. Dazu gehören insbesondere Kälteintoleranz, kühle, trockene und rauhe Haut, Gewichtszunahme, Obstipation und langsamer Puls. Näheres siehe hier.

 

Schädigung der adrenokortikotropen Achse. Ist die adrenokortikotrope (die Nebennieren betreffend) Achse betroffen, kommt es zu einer sekundären Nebennierenrindeninsuffizienz. Die Betroffenen leiden unter einem Leistungsabfall, Hypoglykämie, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen insbesondere unter Streßsituationen treten auf. Die Haut der betroffenen ist wachsartig. Auch nach einem Sonnenbad kommt es nicht zu einer Hautbräunung. Dies ist eine Unterscheidung zur primären Nebennierenrindeninsuffizienz, bei der die Betroffenen zu einer verstärkten Pigmentierung der Haut leiden.

 

Schädigung der gonadotropen Achse. Liegt die Schädigung in der gonadotropen Achse, so treten beim Mann Zeichen eines Hgypogonadismus wie bleiche, wächserne Haut und vermehrte Faltenbildung auf. Die Libido sowie die Potenz beim Mann sinken. Die Frau zeigt Symptome wie Menstruationsstörungen, Atrophie der Brust und Unfruchtbarkeit. Beide Geschlechter sind von einem Ausfallen der Sekundärbehaarung betroffen. Bei Kindern kann die Pubertät ausbleiben.

 

Schädigung der Effektorhormone. Auch Effektorhormone des Hypophysenvorderlappens können betroffen sein. Ist die Ausschüttung des Wachstumshormons gestört, so kann es, wenn dies bei Kindern der Fall ist, zu Minderwuchs kommen. Der Ausfall von Prolaktin macht sich nur bei Frauen während der Stillzeit bemerkbar.

 

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Diagnostik
Bestimmung der Hormonspiegel. Um eine Insuffizienz des Hypophysenvorderlappens festzustellen, müssen alle Hormonspiegel über entsprechende Funktionstest untersucht werden. Die Zielhormone sind bei einer Insuffizienz pathologisch niedrig.

 

Bildgebende Verfahren machen Tumore sichtbar. Des weiteren ist, bei entsprechendem Verdacht, bildgebende Diagnostik notwendig. Mit Hilfe einer Computertomographie oder einer Magnetresonanztomographie können Tumore sichtbar gemacht werden. Da Tumore im Bereich der Hypophyse auch oft Gesichtsfeldausfälle bewirken, kann eine Gesichtsfeldmessung weitere Hinweise liefern.

 

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Therapie
Buch dazu anzeigenPraxis der Viszeralchirurgie. Endokrine Chirurgie. An erster Stelle steht die Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung. Tumore werden nach entsprechender Indikation behandelt.

 

Buch dazu anzeigenManual der Endokrinologie. Leitfaden zur endokrinologischen Funktionsdiagnostik. Die Hypophyseninsuffizienz selbst wird mit einer Substitution der ausgefallenen Hormone therapiert.
  • Beim Ausfall der adrenotropen Achse setzt man Hydrocortison in einer Dosierung von 20 – 30 mg pro Tag ein. Der Einsatz von Mineralocorticoiden ist nicht erforderlich.
  • Die Substitution der thyreotropen Achse wird mit 2 µg Levothyroxin je Kilogramm Körpergewicht pro Tag durchgeführt. Die Einnahme muß morgens nüchtern 30 Minuten vor dem Frühstück erfolgen.
  • Betrifft die Insuffizienz die gonadotrope Achse, so wird 250 mg Testosteronönanthat alle 2-4 Wochen intramuskulär gespritzt.

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