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Insuffizienz
der Nebennierenrinde |
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| Kurzinfo:
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primäre
NNR-Insuffizienz
Morbus Addison |
sekundäre
NNR-Insuffizienz
ACTH Ausfall |
| Symptome |
Leitsymptome:
Hyperpigmentierung der Haut,
Hypotonie,Salzhunger als Folge der Elektrolytveränderungen.
Uncharakteristisch: Müdigkeit, Schwäche, Leistungsdefizit, Appetitlosigkeit, Übelkeit,
Erbrechen, Gewichtsabnahme, Dehydration, anhaltende Kopfschmerzen. |
siehe
links. Ursachen für Ausfall des ACTH u.a. Tumore, Infektionen, Verletzungen,
Gewebsverlust z. B. nach Schlaganfall oder Adenome im Bereich von Hypophyse
oder Hypothalamus, |
| Therapie |
Lebenslange Hormonsubstitution mit Hydrokortison oder
Kortisonazetat, evt. Fludrocortison. Anpassung der Dosierung an Stresssituationen.
Aufklärung ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie und unerläßlich für eine
wirkungsvolle Behandlung. NOTFALLAUSWEIS! |
Ähnlich
Morbus Addison. Zusätzlich Behandlung der zugrundeliegenden Erkrankung. |
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Inhaltsübersicht:
Differenzierung
Primäre NNR-Insuffizienz: Ursachen
Primäre NNR-Insuffizienz: Symptome
Primäre und sekundäre NNR-Insuffizienz: Diagnostik
Primäre NNR-Insuffizienz: Therapie
Sekundäre NNR-Insuffizienz |
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Top
Differenzierung
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| Den
Verlust der Kortikoide kann der Körper nicht ausgleichen. |
Die
Nebennieren werden in Mark und Rinde unterschieden, die jeweils
unterschiedliche Hormone produzieren. Fällt die Hormonproduktion der Nebenniere aus, so
stellen sich insbesondere die Funktionsausfälle der Rinde dar. Das liegt daran, dass die
Hormonproduktion des Marks vom Körper weitestgehend kompensiert werden kann. |
| Je
nach Ursache werden verschiedene Formen der Insuffizienz der NNR unterschieden. |
Die
Nebennierenrindeninsuffizienz, oder NNR-Insuffizienz, wird in drei Formen unterteilt:
- Die primäre NNR-Insuffizienz beruht auf einem Ausfall der
Hormonproduktion der Nebennierenrinde.
- Die sekundäre NNR-Insuffizienz ist bedingt durch einen
Ausfall des Hormons ACTH. Dieses Hypophysenhormon regt die Produktion von Glukokortikoiden in der Nebenniere
an.
- Die tertiäre NNR-Insuffizienz ist die Folge einer
Therapie mit Kortikoiden (Glukokortikoide
und Mineralokortikoide).
Dabei wir der Regelkreis durch die Pharmakotherapie gestört.
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Top
Primäre NNR-Insuffizienz: Ursachen
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| Die
primäre Form wird auch Morbus Addison genannt. |
Die
primäre NNR-Insuffizienz wird auch als Addison Krankheit oder Morbus Addison bezeichnet.
Sie ist eine seltene Erkrankung, die auf 100 000 Einwohner nur bei 4 bis 6 Personen
vorkommt. Meistens manifestiert sie sich zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. |
| Der
Funktionsverlust der NNR kann auf verschiedene Erkrankungen zurückgeführt werden. |
Die
Ursache des Morbus Addison ist in 50 Prozent der Fälle eine gegen die Zellen der NNR
gerichtete Autoimmunreaktion. Bei 30 Prozent der Betroffenen liegt eine Tuberkulose zugrunde. Als weitere
Ursachen kommen u.a. vor:
- AIDS
- Arteriitis (Entzündung der Arterien)
- Tumore
- Tumormetastasen
- Amyloideinlagerungen (bindegewebige Ablagerungen)
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Top
Primäre NNR-Insuffizienz: Symptome
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| Die
Symptome richten sich nach dem Grad der Insuffizienz. |
Das
Krankheitsbild hängt davon ab, mit welcher Geschwindigkeit sich die Insuffizienz
ausbildet. Es wird außerdem durch die verschiedenen Hormondefizite bestimmt. |
| Klassische
Symptome sind dunkle Hautfärbungen, niedriger Blutdruck und Salzhunger. |
Als
Leitsymptome kann man bei einer chronischen Entwicklung finden:
- Hyperpigmentierung der Haut. Sie zeigt sich vor allem an Hautlinien,
Narben und an den Schleimhäuten, z. B. im Mund.
- Hypotonie (zu niedriger Blutdruck) mit einem systolischen Blutdruck unter 100 mmHg.
- Salzhunger. Er tritt bei einigen Betroffenen als Folge der
Elektrolytveränderungen auf.
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| Es
treten viele uncharakteristische Symptome auf. |
Weitere
Symptome sind oft uncharakteristisch und sehr unterschiedlich. Zu ihnen gehören
Müdigkeit, Schwäche, Leistungsdefizit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen,
Gewichtsabnahme, Dehydration, anhaltende Kopfschmerzen. |
| Die
Addison Krise ist lebensbedrohend. |
Bei
einer akuten Addison Krise führen Hypotension, Dehydration und Schock zu einem
lebensbedrohenden Zustand, der eine sofortige Behandlung erfordert. |
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Top
Primäre und sekundäre NNR-Insuffizienz: Diagnostik
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| Anamnese
und körperliche Untersuchung sind wegweisend. |
Mit
der Bestimmung von Kortisol und ACTH im Plasma lässt sich die NNR-Insuffizienz
diagnostizieren. Gleichzeitig ist die Differenzierung in die primäre sekundäre Form
möglich. Als erstes sollte der Betroffene, nach einem ausführlichen Gespräch,
gründlich körperlich untersucht werden. |
| Der
ACTH Kurzzeittest weist eine NNR-Insuffizienz nach. |
Der
ACTH Kurzzeittest, oder Kortsolstimulationstest stimuliert die physiologische Freisetzung
von Kortisol in der NNR. Diese wird gemessen. Liegen die Werte über 20 µg/dl, so
schließt das einen Morbus Addison aus. Wichtig bei der Durchführung diese Tests ist es
daran zu denken, dass möglicherweise eine Addison Krise ausgelöst werden kann, wenn der
Betroffene unter einer primären NNR-Insuffizienz leidet. Da dies vor dem Test nicht
feststeht, müssen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. |
| Weitere
Test sichern die Diagnose. |
Steigen
die Werte nicht, oder nur gering an, so müssen weitere Tests durchgeführt werden:
- Plasma ACTH
- Plasma Renin
- Aldosteron im Plasma oder im 24 Stunden Urin
Die Auswertung der Testergebnisse zeigt eine
Differenzierung in die primäre oder sekundäre NNR-Insuffizienz.
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Top
Primäre NNR-Insuffizienz: Therapie
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| Eine
lebenslange Substitution ist notwendig. |
Menschen
mit Morbus Addison müssen ein Leben lang Medikamente einnehmen, die die fehlende
Eigenproduktion der Hormone ausgleicht. Diese Substitution wird in der Regel mit
Hydrokortison durchgeführt. Der tägliche Bedarf ist unterschiedlich und muß individuell
angepaßt werden. Er kann zwischen 20 und 30 mg liegen. Die Einnahme erfolgt meistens
zweimal am Tag: einmal früh morgens und einmal am Nachmittag. |
| Häufig
verwendet: Hydrokortison oder Kortisonazetat. |
Alternativ
kann auch Kortisonazetat verordnet werden. Hier gelten die gleichen Regeln für die
Einnahme der Tabletten. Die Dosierung liegt meistens zwischen 25 und 37,5 mg. |
| Fludrocortison
kann notwendig sein. |
Bei
manchen Betroffenen ist es notwendig, gleichzeitig eine Mineralokortikoidsubstitution mit
0,05 bis 0,2 mg Fludrocortison täglich durchzuführen. Dieses Medikament wird als
Einzeldosis eingenommen. |
| Aufklärung
ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie und unerläßlich für eine wirkungsvolle
Behandlung. |
Wichtig
bei der Therapie ist eine genaue Aufklärung des Betroffenen. Sie sollten wissen, daß
ihre Nebennieren dauerhaft geschädigt sind und auch durch die Behandlung nicht heilen.
Der richtige Umgang mit den Medikamenten ermöglicht den Betroffenen in der Regel
annähernd die gleiche Lebensqualität, wie gesunden Menschen. Dazu muß allerdings die
Medikation an die Lebensbedingungen des Einzelnen angepaßt werden. Ein Schichtarbeiter
wird einen anderen Rhythmus bei der Einnahme der Medikamente befolgen, als Betroffene mit
regelmäßigen Arbeitszeiten. |
| Die
Dosierung muß den Erfordernissen angepaßt werden. |
In
Streßsituationen, bei fieberhaften Erkrankungen oder wenn kleinere operative Eingriffe
bevorstehen, benötigen Betroffene eine höhere Dosierung. Die Anpassung sollte mit einem
Arzt abgesprochen werden. Jeder Betroffene sollte außerdem genau wissen, wie er sich in
einer Streß- oder Notfallsituation am besten verhält. |
| Jeder
Betroffene braucht einen NOTFALLAUSWEIS. |
Wichtig
für die Therapie ist eine kontinuierliche Kontrolle. Blutdruck, Körpergewicht,
Plasmareninaktivität und Serumkaliumkonzentration sind die wichtigsten Parameter. Jeder
Betroffene benötigt unbedingt einen Notfallausweis. Darin sollte der Grund für die
Substitutionstherapie mit Kortison und der behandelnde Arzt verzeichnet sein. |
| Eine
Schwangerschaft ist kein Problem. |
Eine
Schwangerschaft von Frauen mit Morbus Addison ist heute kein Risiko mehr. Dafür ist aber
gerade in dieser Zeit eine sehr engmaschige Überwachung der Therapie notwendig. Der
Bedarf der Medikamente muß fortlaufend angepaßt werden. Meistens ist eine Anpassung erst
im letzten Drittel einer Schwangerschaft erforderlich. Wie bei anderen Streßsituationen
sollte bei Schwangeren bei einer operativen Entbindung entsprechend berücksichtigt
werden. |
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Top
Sekundäre NNR-Insuffizienz
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| Bei
der sekundären NNR-Insuffizienz fallen Steuerhormone aus. |
Die
sekundäre NNR-Insuffizienz kennzeichnet sich durch den Ausfall des Hormons ACTH. Dieses Hormon des Hypophysenvorderlappens regt die Nebennierenrinde zur
Ausschüttung von Glukokortikoiden
an. Fällt das ACTH aus, so kommt es zu einem Abbau der Nebennierenrinde. Die Betroffenen
leiden unter einem Kortisoldefizit
mit den gleichen Symptomen, wie sie auch bei der primären NNR-Insuffizienz vorkommen. |
| Ursachen
sind häufig Adenome oder Tumore. |
Ursache
für den Ausfall des ACTH können Tumore, Infektionen, Verletzungen, Gewebsverlust z. B.
nach Schlaganfall oder Adenome im Bereich von Hypophyse
oder Hypothalamus sein. Auch die operative Entfernung
der Hypophyse kann eine Ursache sein. |
| Hormonsubstitution
wie bei der primären Form. |
Die
Diagnose und Therapie gleichen in etwa der Behandlung der primären NNR-Insuffizienz.
Hinzu kommen häufig bildgebende Verfahren, die einen Tumor oder Adenom nachweisen. Die
verursachende Erkrankung muß zusätzlich behandelt werden. Top |
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