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Häufigkeit
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Es wird weniger Sauerstoff transportiert
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Eisen ist ein wesentlicher Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Ist der
Gesamteisenbestand im Körper verringert, so kann weniger Sauerstoff transportiert werden,
als erforderlich ist (vgl. Eisenstoffwechsel).
Es entwickelt sich eine Anämie, die Eisenmangelanämie. |
Frauen sind häufiger betroffen
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Mit 60 Prozent ist sie die häufigste aller Anämien und man rechnet, dass
in Deutschland 1 bis 2 Prozent der Männer und 5 bis 10 Prozent der Frauen davon betroffen
sind. |
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Ursachen
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Der Eisenstoffwechsel
wird überwiegend über die Eisenaufnahme im oberen Dünndarm reguliert. Bei erhöhtem
Eisenbedarf im Organismus wird mehr Eisen im Darm aufgenommen. Sind alle Eisenspeicher
gefüllt, nimmt die Eisenaufnahme (-absorption) ab. Die Ursachen eines Eisenmangels
lassen sich in 4 Gruppen einteilen: |
Mangelhafte Eisenzufuhr:
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- Zu wenig eisenhaltige Nahrung ist vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und
Vegetariern Ursache für eine Eisenmangelanämie. Eisen aus Fleisch wird besser im Darm
absorbiert als Eisen aus pflanzlichen Nahrungsmitteln.
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Mangelhafte Eisenaufnahme:
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- Diese Ursache kommt bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn) vor, nach Operationen mit
Entfernung des oberen Dünndarms oder bei Zöliakie
/Sprue. Bei Zöliakie/Sprue kommt es aufgrund einer Allergie gegen das Klebereiweiß
Gluten zu einer starken Abflachung der Dünndarmzotten.
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Gesteigerter Eisenbedarf:
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- Einen erhöhten Eisenbedarf haben Kinder und Jugendliche im Wachstum, Frauen während
der Menstruation, der Schwangerschaft und der Stillperiode sowie Sportler.
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Eisenverlust:
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- Die häufigste Ursache für Eisenverlust sind in Deutschland Blutungen im
Magen-Darm-Trakt (2/3 im oberen, 1/3 im unteren Magen-Darm-Trakt), sowie Genitalblutungen
und Blutungen aus der Niere bzw. Harnblase. Weltweit betrachtet gelten
Magen-Darm-Blutungen durch Hakenwurmbefall
als häufigste Ursache für Eisenmangel.
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Symptome
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Risse in den Mundwinkeln sind ein Alarmzeichen
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Neben allgemeinen Anämiesymptomen (blasse
Schleimhäute, Müdigkeit, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit,
Kälteüberempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzklopfen, Atemnot) gelten als
charakteristisch für die Eisenmangelanämie:
- rissige Mundwinkel (Mundwinkelrhagaden)
- brüchige Haare und Nägel mit Ausbildung von Rillen vor allem an den Fingernägeln
- Zungenbrennen
- Schluckbeschwerden infolge eines Rückgangs der Schleimhaut im Bereich von Mund, Rachen
und Speiseröhre (Plummer-Vinson-Syndrom)
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Diagnostik
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Laborwerte
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Eine blasse Schleimhaut der Augenbindehaut in Verbindung mit den
charakteristischen Symptomen weist bei der Untersuchung auf eine Eisenmangelanämie hin.
Zur endgültigen Sicherung der Diagnose sind noch Laborergebnisse erforderlich.
- Hämoglobin Hb: Frauen unter
12 g/dl, Männer unter 14 g/dl
- Der Hämoglobingehalt des einzelnen Erythrozyten (MCH)
ist erniedrigt (hypochrom).
- Das Zellvolumen (MCV) ist kleiner als normal (mikrozytär).
- Im Blutausstrich sind blasse, kleine, ringförmige Erythrozyten zu erkennen.
- Beweisend für den Eisenmangel ist zusätzlich ein erniedrigter Ferritinwert; eine Anämie mit
normalem Ferritin muss eine andere Ursache haben.
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Gezielte Anamnese
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Nachdem der Eisenmangel durch die Laborergebnisse belegt wurde, beginnt
die Ursachenklärung des Eisenmangels. Dabei müssen folgende Fragen abgeklärt werden:
Welche Ernährungsgewohnheiten hat der Betroffene? Gibt es einen Hinweis auf eine Blutung
im Magen-Darm-Trakt? Besteht häufiges Nasenbluten? |
Blutungen müssen abgeklärt werden
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Zusätzlich sind Untersuchungen notwendig, die abklären, ob der
Eisenmangel durch eine Blutung hervorgerufen wurde. Dazu ist erforderlich:
- Untersuchung des Stuhls auf Blut
- Magen-Darm-Spiegelung (evtl.)
- Urologische Untersuchung
- Gynäkologische Untersuchung bei Frauen
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Eisen-
resorptionstest
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Eine Störung der Aufnahme von Eisen kann durch einen Eisenresorptionstest
ausgeschlossen werden. Dabei wird die Konzentration von Eisen im Blutserum vor und 2
Stunden nach der Einnahme von Eisen gemessen. Bei regelrechter Resorption steigt die
Eisenkonzentration im Serum in einem bestimmten Verhältnis zum Ausgangswert an. |
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Therapie
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Ursache beseitigen
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Bei der Eisenmangelanämie ist es sehr wichtig, die Ursache für den
Eisenmangel herauszufinden und falls möglich diese zu beseitigen. Das kann z.B. eine
Entfernung blutender Darmpolypen bedeuten, oder die Veränderung einer einseitigen Diät
etc. |
Eisenpräparate gleichen Mangel aus
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Der Eisenmangel selbst wird durch die Einnahme eines 2-wertigem
Eisenpräparates über 3 bis 6 Monate ausgeglichen. Die empfohlene tägliche Eisenzufuhr
beträgt je nach Schweregrad des Eisenmangels 100 bis 200 mg. Es muss darauf geachtet
werden, dass durch die Therapie auch die leeren Eisendepots wieder aufgefüllt werden. Aus
diesem Grund muss die Behandlung auch nach Normalisierung des Blutbilds noch mehrere Wochen lang
weiter durchgeführt werden. |
Nebenwirkungen
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Obwohl Eisen im Nüchternzustand besser aufgenommen wird als nach dem
Essen, ist die Eiseneinnahme nach dem Essen empfehlenswert, weil so die häufig
auftretende Übelkeit deutlich geringer beobachtet wird. An Nebenwirkungen können
außerdem Sodbrennen und Verstopfung vorkommen. Mit der Eiseneinnahme ist auch immer eine
Schwarzfärbung des Stuhls verbunden. |
Intravenöse Zufuhr von Eisen
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Eine intravenöse Zufuhr von Eisen wird nur in Ausnahmefällen bei einer
nachgewiesenen Resorptionsstörung durchgeführt und muss wegen möglicher
Kreislaufreaktionen sorgfältig überwacht werden.
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