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Kalziummangel
/ Kalziumüberschuss |
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| Kurzinfo:
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Kalziummangel
/ Hypokalzämie |
Kalziumüberschuss
/ Hyperkalzämie |
| Symptome |
Krämpfen,
Inkontinenz, Trockener Haut, Ekzeme, Haarausfall, Brüchigkeit der Nägel, gestörter Zahnentwicklung, gestörter Knochenstoffwechsel, Durchfall, Verdauungsstörungen, Katarakt (grauer Star) beider Augen, Papillenschwellung (selten), Herzrhythmussstörungen, Hypotonie, Herzinsuffizienz |
erhöhte
Urinproduktion bei gleichzeitiger Abnahme des Urinvolumens, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Arteriosklerose,
Gelenkbeschwerden, Verkalkung von Weichteilgeweben, Muskelschwäche, Knochenschmerzen, Knochenverformungen und
Brüche, Müdigkeit, Durst, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Erbrechen, Verstopfung, Pankreatitis (selten), Darmgeschwüre, Konjunktivitis, Depression, Psychosen, Koma |
| Therapie |
Kalzium
intravenös bei akutem Kalziummangel. Beatmung. Bei chronischem Kalziummangel Medikamente:
Kalzium oder Vitamin-D. Regelmäßige Therapiekontrollen. |
Notfall: Rehydrierung, Kalzitoningabe und evt. Hämodialyse.
Chronisch: Diät, Meditation mit Kalzitonin,
Kortikosteroiden, Diphosphonate,
Plicamyci, Phosphate, Diurese mit NaCl-Infusion oder Schleifendiuretika
in Kombination mit Kalzitonin |
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Inhaltsübersicht:
Kalziumhaushalt
Kalziummangel
Kalziumüberschuss |
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Kalziumhaushalt
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| Das
Parathormon und sein Gegenspieler, das Kalzitonin steuern den Kalziumhaushalt. |
Kalzium
hat weitreichende Aufgaben im menschlichen Organismus. Es ist, zusammen mit Phosphat eines
der Hauptbestandteile von Knochen und Zähnen. Außerdem ist es beteiligt an der
Aktivierung des Komplementsystems
bei Abwehrprozessen, an der Blutgerinnung,
an der Übertragung neuromuskulärer Impulse und am Säuren-Basen-Gleichgewicht. Die
Mechanismen der Aufnahme und Abgabe von Kalzium werden über das Parathormon aus der
Nebenschilddrüse, über Kalzitonin
aus den C-Zellen der Schilddrüse und mit Hilfe von Vitamin D gesteuert. Der
Regelmechanismus wird hier
beschrieben. |
| Normwerte |
- Kalzium im Serum: 2,20 bis 2,65 mmol/l (8,8 bis 10,6
mg/dl)
- ionisiertes Kalzium im Serum, pH-abhängig: 1,12 bis 1,32
mmol/l (4,5 bis 5,3 mg/dl)
- Kalzium im Urin: Männer weniger als 7,5 mmol im
24-Stunden-Urin (<300mg/24h)
- Kalzium im Urin: Frauen weniger als 6,2 mmol im
24-Stunden-Urin (<250mg/24h)
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Kalziummangel
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| Hormonelle
Störungen sind die häufigste Ursache für einen Mangel an Kalzium. |
Ein
Mangel an Kalzium wird Hypokalzämie genannt. Am häufigsten wird ein starker Mangel an
Kalzium durch hormonelle Störungen (Parathormonmangel oder fehlendes Ansprechen des
Endorgans) hervorgerufen. Falsche Ernährung
führt dagegen zu einem Mangel an Vitamin-D. Da Vitamin-D für das funktionieren des
Parathormons unerläßlich ist, kommt es bei einem Mangel zu einer Hypokalzämie. Außerdem führen folgende Erkrankungen zu Hypokalzämie:
- Hypoparathyreoidismus
- Magnesiummangel (z. B. durch Alkohol oder
Verdauungsstörungen)
- Vitamin-D Mangel
- chronische Niereninsuffizienz
- Hyperphosphatämie
- vermehrte Ablagerung von Kalzium im Knochen
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| Das Beschwerdebild ist äußerst vielseitig. Die Schwere der
Symptome richtet sich nach Dauer und Starke des Kalziummangels. |
Kalziummangel
stört die Erregungsübertragung in den Nerven und die Muskeltätigkeit. Die Betroffenen
leiden unter:
Bei länger andauernder Hypokalzämie kann es zu Psychosen und Halluzinationen kommen. Wenn
Kinder betroffen sind, sind Intelligenzdefekte nicht auszuschließen.
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| Kalzitonin oder Vitamin-D bei chronischem Kalziummangel. |
Bei
akutem Kalziummangel wird Kalzium intravenös gespritzt werden. Möglicherweise brauchen
die Betroffenen Unterstützung beim Atmen. Chronischer Kalziummangel sollte mit Hilfe von
Medikamenten behandelt werden. Es kann Kalzium oder auch Vitamin-D verabreicht werden. Die
Therapie muss regelmäßig kontrolliert und die Medikation angepasst werden. |
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Kalziumüberschuss
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| Die
Ursachen einer Hyperkalzämie reichen von einer erhöhten Zufuhr von Kalzium, über
Störungen der Nierenfunktion bis hin zu hormonellen Erkrankungen. |
Der
Kalziumüberschuss oder Hyperkalzämie kommt oftmals zustande, wenn
die Aufnahme von Kalzium im extrazellulären Bereich des Körpers größer ist als das
Ausscheiden von Kalzium durch die Niere. In diesem Fall wäre die Niere in ihrer Funktion
gestört. Es kann aber auch andere Faktoren geben, wie z. B. :
- Überdosierung von Vitamin D,
- extreme Kalziumzufuhr,
- erhöhte Abgabe bzw. Resorption von Kalzium aus den
Knochen in das Blut
- Hyperparathyreoidismus
- maligne Tumore
In seltenen Fällen können endokrine Erkrankungen, wie Akromegalie, Nebennierenrindeninsuffizienz,
Phäochromozytom oder Hyperthyreose als Ursache in Frage kommen.
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| Eine
hyperkalzämische Krise kann lebensbedrohend sein. Chronischer Kalziumüberschuss führt
zu schwerwiegenden Störungen. |
Es
können viele Organe durch die Hyperkalzämie betroffen sein. Zu den Auswirkungen
gehören:
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| Förderung
der Ausscheidung und des Umsatzes sowie eine Hemmung der Aufnahme von Kalzium sind die
Eckpfeiler der Behandlung. |
Die
Therapie richtet sich nach der Ursache. Eine hyperkalzämische Krise ist ein Notfall.
Rehydrierung, Kalzitoningabe und evt. Hämodialyse sind notwendig. Bei chronischer
Hyperkalzämie greifen drei therapeutische Möglichkeiten:
- Die Kalziumresorption im Magen-Darm-Trakt wird gehemmt, z.
B. durch Weglassen von Milch und Milchprodukten in der Ernährung oder Medikamente wie
Phosphate und Kortikosteroide.
- Der Kalziumumsatz in den Knochen wird gesenkt durch
Medikation mit Kalzitonin, Kortikosteroiden, Diphosphonate,
Plicamycin.
- Die Ausscheidung von Kalzium über die Nieren wird
angeregt durch Diurese mit NaCl-Infusion oder Schleifendiuretika
in Kombination mit Kalzitonin.
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