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Diabetische Neuropathie
Mangelnde Versorgung mit Sauerstoff schädigt die peripheren Nerven. Als Folge einer Diabeteserkrankung kann es zu einer Schädigung der peripheren Nerven kommen. Durch einen dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel werden die feinen Blutgefäße, die die Nerven der Arme und Beine versorgen, geschädigt. Es kommt zu Durchblutungsstörungen der Nervenfasern. Die Nervenfasern werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diese Erkrankung nennt sich diabetische Neuropathie. Eine weitere Ursache der diabetischen Neuropathie ist die "Verzuckerung" wichtiger Eiweiße und Fette, die Bausteine der Nerven sind.

 

Frühe Symptome sind besonders Mißempfindungen in Händen und Füßen. Wichtig ist das frühzeitige Erkennen einer diabetischen Neuropathie. Die ersten Anzeichen sollten unbedingt ernst genommen werden. Gehen sie zum Arzt, wenn Sie folgende Empfindungen feststellen:
  • Kribbeln an Händen und/oder Füßen
  • Pelzigkeitsgefühl an Händen und/oder Füßen
  • Taubheitsgefühl an Händen und/oder Füßen
  • Schmerzen an Füßen und/oder Beinen während der Nacht

 

Unbehandelt können sich schwere Komplikationen entwickeln. Werden diese ersten Anzeichen nicht ernst genommen oder übersehen, kann die Erkrankung ungehindert fortschreiten. Am Ende sterben die peripheren Nervenfasern ab. Die natürliche Schmerzempfindung ist herabgesetzt. Es ist sogar möglich, dass Betroffene überhaupt keinen Schmerz an Füßen oder Händen empfinden können. Diese Taubheit führt oft zu sehr ernsten Verletzungen. Die Wunden heilen wegen des Diabetes zudem nur schwer ab. Die gefürchtetste Komplikation oder Folge bei Verletzungen ist der diabetische Fuß. Wie sich die diabetische Neuropathie an den Füßen entwickelt, finden Sie hier beschrieben.

 

Mit gut eingestellten Zuckerwerten kann das Risiko deutlich gesenkt werden. Von einer diabetischen Neuropathie sind etwa 25 Prozent aller Diabetiker sowie ungefähr 45 Prozent der Diabetiker im Alter über 60 Jahren betroffen. Allerdings kann das Risiko für diese Erkrankung durch eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte um etwa 80 Prozent reduziert werden.

 

Schon die ersten Anzeichen müssen sofort behandelt werden. Um schwere Folgen zu verhindern, sollte jeder Diabetiker schon frühzeitig mit den ersten Symptomen einer Nervenschädigung zum Arzt gehen, damit umgehend die richtige Therapie eingeleitet werden kann. Die erste und wichtigste therapeutische Maßnahme ist die Regulierung des Blutzuckerspiegels. Alle anderen Maßnahmen sind dem untergeordnet.

 

Buch dazu anzeigenHandbuch Medikamente Zur Anwendung kommen auch oft Medikamente mit dem Wirkstoff Alpha-Liponsäure. Diese Therapie kann aber allenfalls unterstützend wirken. Im Handbuch Medikamente der Stiftung Warentest wird diese Therapie kritisch eingeschätzt. Lesen Sie dazu einen Auszug.

 

Weitere Maßnahmen zur Behandlung. Wichtig ist zudem das Meiden von Alkohol, da dieser die Nerven weiter schädigen kann. Außerdem ist auf eine gute Einstellung der Blutdruck- und Blutfettwerte zu achten.

 

Die diabetische Neuropathie betrifft auch häufig Nerven des autonomen Nervensystems. Die diabetische Neuropathie betrifft in der Regel nicht ausschließlich diejenigen Nerven, die für die Empfindungen und die Bewegungen zuständig sind. Häufig sind auch Nerven des so genannten autonomen Nervensystems betroffen. Dieses reguliert Körperfunktionen wie Verdauung, Herz- und Kreislauftätigkeit sowie Stoffwechsel und unterliegt nicht der willkürlichen Steuerung (es arbeitet also unabhängig - autonom).

Eine diabetische Neuropathie des autonomen Nervensystems kann sich auf vielfältige Art und Weise bemerkbar machen:

  • Verdauungstrakt:
    • Trägheit des Magens mit verlangsamter Magenentleerung und dadurch Völlegefühl, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen nach dem Essen (durch die wechselhafte Nahrungsaufnahme ist es zudem häufig sehr schwer, den Blutzuckerwert zuverlässig einzustellen, da auch die Aufnahme von Kohlenhydraten in das Blut nach einer Mahlzeit sehr unregelmäßig erfolgt)
    • Muskelschwäche der Speiseröhre, was zu Schluckschwierigkeiten führen kann
    • Funktionseinschränkung des Dickdarms mit wässrigem Durchfall
    • Trägheit des Dünndarms mit Verstopfung (Obstipation)
  • Herz-Kreislauf-System:
    • gestörte Anpassung des Kreislaufs an verschiedene Belastungsbedingungen, was sich z.B. in Schwindelgefühlen beim raschen Aufstehen oder in Form eines kurzzeitigen Bewusstseinsverlustes äußern kann
    • eingeschränkte Anpassungsfähigkeit des Herzschlages an verschiedene Belastungen, z.B. schneller Herzschlag trotz körperlicher Ruhe
    • "stummer" (nicht schmerzhafter) Herzinfarkt, da Schmerzen durch die Nervenschädigung nicht wahrgenommen werden (eine besondere Gefahr besteht in der Nichterkennung des Herzinfarkts und der damit ausbleibenden Therapie)
  • Haut und Bindegewebe:
    • Störung der Schweißproduktion und der Hautdurchblutung
    • Mangelversorgung von Haut und Bindegewebe mit Nährstoffen, wodurch beispielsweise eine brüchige Haut entstehen kann
  • Hormonhaushalt: abgeschwächte Gegenregulation bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel, was zu einer gestörten Wahrnehmung einer drohenden Unterzuckerung führen kann
  • Pupille: verlangsamte Pupillenreaktion, was sich unter Umständen negativ auf die Anpassung des Auges an Dunkelheit auswirkt (beim Autofahren von großer Bedeutung)
  • Urogenitalsystem:
    • Störung der Blasenentleerung
    • Infektneigung durch unvollständige Blasenentleerung mit der Gefahr von Harnwegsinfektionen (Harnröhren-, Blasen-, Harnleiter- und Nierenbeckenentzündung)
    • Erektionsstörungen
  • Stütz- und Bewegungsapparat: Abbau von Knochen-, Sehnen-, Muskel- und Bindegewebe

 

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